BERLIN. Der Komiker Harald Schmidt hat mit Blick auf die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt (JF berichtete) zur Besonnenheit aufgerufen. „Wem die Wahlergebnisse nicht passen: Wahlen abschaffen oder vorher festlegen“, sagte er bei seinem ersten Live-Auftritt bei „Deutschlandfunk Kultur“. Im Podcast „Studio 9 – Der Tag mit…“ bekräftigte Schmidt seine Position. „Es sind eben Wahlen und dann gibt es Ergebnisse“, spottete der Satiriker.
Ihn störe der Begriff „gelebte Demokratie“, betonte Schmidt. „Es ist Demokratie. Was soll ‚gelebte‘ sein?“, fragte der 69jährige rhetorisch und hakte nach: „Gibt es auch ‚ungesichert rechtsextrem‘? Ist das ein Adjektiv?“
Mit Blick auf die Zukunft der Demokratie gab Schmidt zu: „Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine.“ Er bitte alle Besorgten um Entschuldigung. Sollte von ihm Besorgnis gewünscht sein, werde er daran arbeiten, versprach der Komiker. Er sei ein stoischer Mensch und halte es mit dem Komiker Karl Valentin: „Wenn es regnet, freue ich mich, weil, wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“
„Finger weg von unseren Renten“
Lobende Worte fand Schmidt für den Wahlkampf der sachsen-anhaltischen AfD. „Ulrich Siegmund auf dem Moped – glaubhaft, egal wie Sie politisch zu ihm stehen.“ Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf einem Fahrrad sehe hingegen aus, „als ob der Medienberater gesagt hat: ‚Mach ihm für das Foto die Stützräder weg‘“.
Ein noch stärkeres AfD-Ergebnis sei nur durch Wähler seiner eigenen Altersgruppe verhindert worden, merkte Schmidt spöttisch an und appellierte: „Liebe traditionelle, zum Teil untergehende Altparteien, seid lieb zu uns – Generation 65 plus. Wir sind die Einzigen, die euch noch wählen.“ Das liege auch daran, dass seine Generation „natürlich mit den Gelenken gar nicht weiter runterkommen auf dem Wahlzettel. Wir machen das Kreuz einfach oben, da geht es noch einigermaßen. Also Finger weg von unseren Renten“.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stecke in einer schwierigen Lage – alles werde ihm negativ ausgelegt. „Kommt er zu den Bränden, heißt es: Er steht nur rum. Kommt er nicht, heißt es: Er interessiert sich nicht. Also schwierige Phase momentan.“ (st)





