SCHWERIN. Kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern haben die Grünen eine Großspende von Campact vermeldet. Die Partei bekam eine Unterstützung im Wert von 150.000 Euro vom extrem linken Kampagnenverein, wie am Mittwoch bekannt wurde. Dabei handelt es sich um ein Teil der Werbeaktion „Strategisch wählen“. Nach Angaben des Vereins sei es das Ziel, eine Mehrheit aus der AfD und dem BSW zu verhindern. „Mit den Stimmen des BSW könnte es für die Rechtsextremen zur Mehrheit im Schweriner Landtag reichen. Dass die Sahra-Wagenknecht-Partei für eine Zusammenarbeit offen ist, demonstriert sie gerade in Sachsen-Anhalt“, heißt es im Wahlaufruf.
+++ Großspenden-Ticker +++
NEU: Die Grünen haben 150.000 Euro von Campact gemeldet.
Hierbei handelt es sich laut Campact um keine direkten Spenden, sondern um eine Kampagne des Vereins zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern („Strategisch wählen“): https://t.co/3ucSNY0Wql pic.twitter.com/ubmGat22Mc
— abgeordnetenwatch (@a_watch) September 15, 2026
Schafften es die Grünen nicht über die Fünfprozenthürde, gingen demnach viele „demokratische Stimmen“ verloren. Zudem warnt Campact vor dem Ausscheiden der CDU aus dem Landtag. Blieben die Grünen hingegen drin, hätte die AfD auch mit dem BSW keine Chance auf eine Mehrheit. Darüber hinaus kritisierte der Verein, dass der Zweikampf zwischen der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der AfD die Situation verschärfe. Die Sozialdemokraten zögen demnach Stimmen von „anderen demokratischen Parteien“ ab, die den kleineren Parteien fehlten.
Campact rief auch in Sachsen-Anhalt zur Grünen-Wahl auf
Laut der jüngsten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD vorne mit 37 Prozent. Die SPD kommt auf Platz zwei mit 34 Prozent, gefolgt von deren Juniorpartner, der Linkspartei, mit zehn Prozent. Die CDU erreicht hier sieben Prozent, während die Grünen mit fünf Prozent die Sperrklausel knapp erreichen. Das BSW wäre hingegen mit vier Prozent nicht im Schweriner Landtag vertreten. Damit wäre eine rot-rot-grüne Mehrheit möglich.

Bereits im August hatte Campact erklärt, 2,5 Millionen Euro in die Wahlkämpfe in den neuen Bundesländern zu investieren. In Sachsen-Anhalt meldete die Kampagnenorganisation insgesamt Spenden in Höhe von jeweils 310.000 Euro an die SPD und die Grünen (JF berichtete). Auch dort rief sie zum taktischen Wählen auf, um eine AfD-Mehrheit zu verhindern. Das Geld floss nicht direkt an die Parteien, sondern wurde als Sachspenden in Form von eigenen Kampagnen gemeldet.
Bei der anschließenden Wahl am 6. September erzielte die Partei von Ulrich Siegmund ein Rekordergebnis von 43,8 Prozent, während das BSW überraschend mit 5,3 Prozent in den Magdeburger Landtag einzog. Beide Parteien verhandeln derzeit über eine Regierungsbildung, wobei das BSW einen überparteilichen Ministerpräsidenten fordert. (kuk)






