ERFURT. Bei den Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag am 4. Juli in Erfurt sind mehrere Journalisten angegriffen worden. Die Thüringer Polizei hat nun in dem Fall um den attackierten JF-Journalisten einen Verdächtigen identifiziert. Auch in den beiden anderen Fällt wurde jeweils ein Verdächtiger identifiziert. Die Polizei ermittelt wegen Raub und Körperverletzung.
JF-Reporter Vadim Derksen war von einem maskierten Mann von hinten geschlagen worden und eine Gruppe von Angreifern raubte ihm sein Handy, das später aber im Straßengraben wiedergefunden werden konnte. (JF berichtete)
Auch Apollo war Ziel von Attacken auf Reporter
Bei den Protesten gegen den AfD-Parteitag waren auch drei Reporter von Apollo News von einer Gruppe Demonstranten verfolgt, beschimpft und körperlich attackiert worden. Videos zeigen, wie die Journalisten durch die Innenstadt gehetzt, zu Boden gestoßen und getreten werden – auch nachdem einer bereits am Boden lag. Ein Reporter erlitt Kopfverletzungen und musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Angreifer riefen unter anderem „Nazis raus!“ und „Verpisst Euch!“. Flaschen und andere Gegenstände sollen geworfen worden sein.
Bei dem Angriff auf das Apollo-News-Team laufen die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung weiter. Ein verdächtiger 21jähriger wurde identifiziert. Die Polizei verfügt über umfangreiches Videomaterial und nutzt es zur Fahndung. Laut der Bild-Zeitung müsste es sich dabei um den Antifa-Anhänger Johannes S. aus Erfurt handeln.
Beim dritten Fall, dem eines Livestreamers, der Anzeige wegen Nötigung erstattet hatte, sei inzwischen ein Tatverdächtiger namentlich bekannt.
Protestbündnis schiebt den Opfern Mitschuld zu
Das Aktionsbündnis „Widersetzen“, das zu den Protesten aufgerufen hatte, sprach sich dazu aus Gesetze zu überschreiten, verurteilte die Gewalt nicht generell und warf den betroffenen Medien vor, durch „provokantes Verhalten“ zur Eskalation beigetragen zu haben.
Insgesamt registrierte die Polizei bei den 30.000 angereisten Demonstranten zu 65 Straftaten. Gewalt gegen Journalisten wird von Polizei, Politik und Medienverbänden einhellig verurteilt. Die Pressefreiheit stehe nicht zur Disposition, betonten mehrere Stimmen. (mp)






