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Auch Vorstandsmitglied betroffen: Potsdamer Treffen: Wie Merz die CDU säubern läßt

Auch Vorstandsmitglied betroffen: Potsdamer Treffen: Wie Merz die CDU säubern läßt

Auch Vorstandsmitglied betroffen: Potsdamer Treffen: Wie Merz die CDU säubern läßt

CDU-Chef Friedrich Merz will alle Mitglieder, die an dem Treffen in Potsdam teilnahmen aus der Partei werfen lassen. Nun ist auch ein Vorstandsmitglied betroffen.
CDU-Chef Friedrich Merz will alle Mitglieder, die an dem Treffen in Potsdam teilnahmen aus der Partei werfen lassen. Nun ist auch ein Vorstandsmitglied betroffen.
CDU-Chef Friedrich Merz will alle Mitglieder, die an dem Treffen in Potsdam teilnahmen aus der Partei werfen lassen. Nun ist auch ein Vorstandsmitglied betroffen. Foto: picture alliance / Metodi Popow | M. Popow
Auch Vorstandsmitglied betroffen
 

Potsdamer Treffen: Wie Merz die CDU säubern läßt

Die CDU macht Tabula rasa mit Mitgliedern, die an dem Treffen in Potsdam teilgenommen haben. Nun will sie den Inhaber des „Landhauses Adlon“ aus der Partei entfernen. Allerdings ist der Beschluß, der auf eine Direktive von Merz zurückgeht, umstritten.
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POTSDAM. Der Inhaber des Gästehauses Lehnitzsee, auch als „Landhaus Adlon“ bekannt, soll aus der CDU ausgeschlossen werden. Das hat der Kreisverband Potsdam bekanntgegeben. Vorstandsmitglied Wilhelm Wilderink wird vorgeworfen, nicht nur sein Anwesen für das Treffen von Unternehmern, Unions- und AfD-Politikern zur Verfügung gestellt zu haben. Vielmehr habe er auch daran teilgenommen.

Wilderink kündigte an, sich gegen einen Ausschluß zu wehren. Der Welt sagte er: „Ich kann weder juristisch noch politisch parteischädigendes Verhalten erkennen.“ Er sehe dem Verfahren gelassen entgegen, zumal er lediglich wegen eines knappen Personalstandes im Service ausgeholfen habe. Wenn das stimme, hätte er umgehend Hausverbote gegen seine Gäste erteilen müssen, meint dagegen die Mehrheit der CDU-Vorderen. In Anwesenheit Wilderinks sei es zu einer hitzigen Debatte gekommen, heißt es.

Laut CDU-Potsdam habe Wilderink ein ihm gesetztes Ultimatum verstreichen lassen, bis vergangenen Montag von allein aus der Partei auszutreten. Es sei kein Austrittsschreiben eingegangen. „Deshalb wird der in der vergangenen Wochen gefaßte Beschluß, wonach der Kreisvorstand beauftragt wurde, ein Ausschlußverfahren vorzubereiten, umgesetzt“, sagte der Kreisvorsitzende der CDU Potsdam, Steeven Bretz, der Welt. Der Vorstandsbeschluß fiel allerdings mit mehreren Gegenstimmen. Wilderink galt bisher als hoch angesehener Unternehmer.

CDU-Chef Merz droht allen Potsdam-Teilnehmern mit Ausschluß

Zurück gehen die Ausschlußverfahren – inzwischen sind es drei – auf eine Ansage des Bundesvorsitzenden Friedrich Merz: „Leute, die an so etwas teilnehmen, haben in der CDU keinen Platz.“ Er kündigte harte Konsequenzen für all jene an, die Einladungen zu entsprechenden Veranstaltungen annehmen.

Teilnehmer, darunter der Staatsrechtler Ulrich Vosgerau, bestritten gegenüber der JUNGEN FREIHEIT vehement, daß es, wie von dem Portal „Correctiv“ verbreitet, bei der Zusammenkunft um „Deportationen“ und „millionenfache Abschiebungen auch deutscher Staatsbürger“ gegangen sei. Vosgerau ist Mitglied der Berliner CDU. Auch gegen ihn läuft ein Ausschlußverfahren. Vosgerau hat inzwischen eine Klage gegen das mit Steuergeldern finanzierte Netzwerk wegen Falschbehauptungen eingereicht.

Das CDU-Kreisparteigericht wird sich mit dem Fall Wilderink befassen, sobald die CDU Potsdam das Ausschlußverfahren formal eingeleitet haben wird. Zu den Details der Entscheidung des Kreisverbandes machte Bretz keine Angaben.

Auch gegen Simone Baum, CDU-Mitglied in Nordrhein-Westfalen, läuft bereits ein Parteiausschlußverfahren wegen der Teilnahme an dem Treffen. Die Stadt Köln warf sie darüber hinaus fristlos aus dem öffentlichen Dienst. (fh)

CDU-Chef Friedrich Merz will alle Mitglieder, die an dem Treffen in Potsdam teilnahmen aus der Partei werfen lassen. Nun ist auch ein Vorstandsmitglied betroffen. Foto: picture alliance / Metodi Popow | M. Popow
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