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„Stuttgarter Erklärung“: „Rückwärtsgewandt“: SPD empört über Forscher-Appell zu Atomkraft

„Stuttgarter Erklärung“: „Rückwärtsgewandt“: SPD empört über Forscher-Appell zu Atomkraft

„Stuttgarter Erklärung“: „Rückwärtsgewandt“: SPD empört über Forscher-Appell zu Atomkraft

Das stillgelegte Atomkraftwerk Grohnde. In der Stuttgarter Erklärung fordern 20 Wissenschaflter, den Atomausstieg rückgängig zu machen.
Das stillgelegte Atomkraftwerk Grohnde. In der Stuttgarter Erklärung fordern 20 Wissenschaflter, den Atomausstieg rückgängig zu machen.
Das stillgelegte Atomkraftwerk Grohnde. In der Stuttgarter Erklärung fordern 20 Wissenschaftler, den Atomausstieg rückgängig zu machen. Foto: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
„Stuttgarter Erklärung“
 

„Rückwärtsgewandt“: SPD empört über Forscher-Appell zu Atomkraft

BERLIN. Mit ihrer „Stuttgarter Erklärung“ haben 20 Wissenschaftler den Ausstieg aus dem Atomausstieg gefordert. Der Appell stößt bei der Bundesregierung allerdings auf mehr Ablehnung als Zustimmung. Die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, bezeichnete die Forderung, die Kernkraftwerke länger laufen zu lassen, als rückwärtsgewandt.

Die Vertreterin der größten Regierungspartei wertete den Aufruf als Angriff auf die Energiewende und wehrte ihn ab: „Atomstrom blockiert und verteuert den dringend notwendigen Ausbau der Erneuerbaren“, sagte sie der Welt. „Forderungen, Atomkraftwerke länger laufen zu lassen, sind damit rückwärtsgewandt.“ Wer dies tue, „spricht sich für eine Verzögerung der Energiewende aus“, behauptete Scheer. Nur die erneuerbaren Energien garantierten angeblich bezahlbare Energie.

Die Grünen haben sich bisher – übrigens genau wie die oppositionelle CDU, die den Atomausstieg unter ihrer Kanzlerin Angela Merkel einst durchsetzte – zu dem Vorstoß der 20 renommierten Professoren, darunter sechs Frauen, nicht äußern wollen. In dem Papier, das sie auch dem Petitionsausschuß des Bundestags übergeben wollen, heißt es: „Wir fordern die sofortige Aufhebung des Atomausstiegs.“ Die Wissenschaftler lehren und forschen in technologischen und ökonomischen Fachbereichen.

Energiewende habe Deutschland in „Energienot manövriert“

In der Tat halten sie – wie die SPD kritisiert – die Energiewende für wenig ausgegoren. Die Professoren schreiben: „Mit einseitiger Ausrichtung auf Sonne, Wind und Erdgas wurde Deutschland in Energienot manövriert.“ Diese dabei entstehende schwankende Energie bräuchte ein riesiges Netz aus Kraftwerken, Leitungen und Speichern, das „erst am Anfang“ stehe und teils noch nicht konzipiert sei. Es fehle die Technologie.

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Die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke solle „als dritte Klimaschutzsäule“ neben Sonne und Wind die Stromversorgung und den Wohlstand in Deutschland sicherstellen, schreiben sie. Denn durch den Atomausstieg drohe eine wirtschaftliche Gefahr: „Steigende Energiepreise und sinkende Versorgungssicherheit gefährden Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand.“

Nun ist der Petitionsausschuß gefordert

Innerhalb der Bundesregierung unterstützt nur die FDP die „Stuttgarter Erklärung“. Der energiepolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Michael Kruse, sagte der Welt, Deutschland könnte für die Energiesicherheit in Zeiten des Krieges „einen wichtigen Beitrag leisten, indem die Kernkraftwerke über das Jahresende 2022 hinaus laufen“. Er fordert die Koalition auf, diese Entscheidung im September im Bundestag zu fällen. Der FDP-Abgeordnete Torsten Herbst meint, allein mit wetterabhängiger Windkraft und Sonnenenergie lasse sich die viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt nicht zuverlässig mit Energie versorgen. Klimafreundliche und konstant Strom liefernde Kernkraftwerke könnten „eine wichtige Rolle spielen“.

Die Wissenschaftler möchten, daß der Petitionsausschuß ihren Appell für die Allgemeinheit zur Unterzeichnung freigibt. Unterschreiben dann mehr als 50.000 Wahlberechtigte, dürfen die Initiatoren ihre Forderungen im Bundestag begründen. (fh)

Das stillgelegte Atomkraftwerk Grohnde. In der Stuttgarter Erklärung fordern 20 Wissenschaftler, den Atomausstieg rückgängig zu machen. Foto: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
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