Markus Krall Freiheit oder Untergang
CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Vorsitzenden Markus Söder
Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union, im Hintergrund: CSU-Chef Markus Söder Foto (Montage) picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Ringen um Kanzlerkandidatur
 

CDU-Vorstand für Laschet / Söder gibt nach

BERLIN. Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union. Nachdem der CDU-Bundesvorstand in der Nacht zu Dienstag in einer Abstimmung klar dafür votierte, den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten ins Rennen um die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu schicken, lenkte sein Kontrahent, CSU-Chef Markus Söder, am Mittag ein. „Die Würfel sind gefallen: Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union“, sagte Söder. Die CDU habe getagt und entschieden. Das akzeptiere er nun. Er werde Laschet jetzt „ohne Groll, mit voller Kraft“ unterstützen.

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Zuvor hatte der stellvertretende Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) vor einer Abstimmung über den Kanzlerkandidaten von CDU und CSU in seiner Fraktion gewarnt. Das Votum des CDU-Bundesvorstands in der Nacht zu Dienstag sei eindeutig gewesen, sagte Frei am Morgen im Deutschlandfunk. „Es ist jedenfalls eine glasklare Aussage, deswegen erwarte ich schon, daß es heute auch dazu kommt, daß zwischen den beiden Parteien diese Frage geklärt wird, und zwar einvernehmlich geklärt wird, wie es auch verabredet ist.“

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter zeigte sich zuversichtlich, daß es eine zeitnahe Entscheidung gebe. „Wir haben eine Lösung, einen guten Vorschlag.“ Die Partei solle sich nun wieder „mit aller Kraft den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger widmen“, forderte Kiesewetter im ZDF-„Morgenmagazin“.

77,5 Prozent stimmen für Laschet

Die 46 stimmberechtigten Mitglieder des Bundesvorstands hatten in einer geheimen Abstimmung kurz nach Mitternacht mit 77,5 Prozent für CDU-Chef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten gestimmt. Bei sechs Enthaltungen entfielen 31 Stimmen auf ihn, neun auf den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Markus Söder.

Zuvor hatte es ein tagelanges Ringen um die Kanzlerkandidatur der Union gegeben, nachdem sowohl Laschet als auch Söder ihre Bereitschaft dazu erklärt hatten. In der mehrstündigen Sondersitzung des CDU-Vorstands hatten einige Politiker eine Kreisvorsitzendenkonferenz gefordert, um „ein Signal an die Basis“ zu senden. In einer Abstimmung scheiterte die Idee jedoch.

Für Söder hatten sich unter anderem Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff ausgesprochen. Laschet erhielt unter anderem Unterstützung aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern.

Söder hatte am Montag erklärt: „Wenn die CDU heute Abend souverän zu einer klaren Entscheidung kommt, werden wir das respektieren.“ Zudem bekräftige er, daß er weiter zur Kandidatur bereit sei, wenn er breite Unterstützung von der Schwesterpartei bekomme. „Wird es Armin, hat er meine volle Unterstützung. Darauf kann er sich zu 100 Prozent verlassen.“ Umgekehrt erwarte er dies auch für sich. (ls)

Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union, im Hintergrund: CSU-Chef Markus Söder Foto (Montage) picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
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