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Das Logo der CDU am Konrad-Adenauer-Haus: Parteichef Armin Laschet beansprucht die Kanzlerkandidatur für sich Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

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Söder oder Laschet: Gezerre um die Kanzerkandidatur hält an

BERLIN. Im Kampf um die Kanzlerkandidatur der Union ist das Treffen zwischen CDU-Chef Armin Laschet und Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) in der Nacht ohne offizielles Ergebnis ausgegangen. Beide hatten sich am Sonntag abend in Berlin getroffen.

Nun wird eine zeitnahe Entscheidung erwartet. Sollte es am Montag keine Einigung geben, könnte es am Dienstag zu einer Kampfabstimmung in der Bundestagsfraktion kommen. Hierfür haben sich bereits mehrere Abgeordnete von CDU und CSU ausgesprochen.

Fraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) warnte jedoch vor einem solchen Schritt. „Was wir jetzt brauchen, ist eine gemeinsame Lösung und keine Kampfabstimmung in der Fraktion. Ansonsten drohen Gräben aufgerissen zu werden, die sich nur schwer wieder zuschütten lassen“, sagte er der Funke-Mediengruppe.

Junge Union für Söder

Kurz vor dem Treffen am Sonntag abend hatte sich die Junge Union mehrheitlich für Söder als Kanzlerkandidaten ausgesprochen. „Die beiden Kandidaten hatten genug Zeit, zu einer Entscheidung zu kommen. Dies ist nicht geschehen, und jetzt sehen wir uns gezwungen, uns zu positionieren. Dies ist mit deutlicher Mehrheit für Markus Söder erfolgt“, teilte der Unions-Nachwuchs am Sonntag mit. 14 von 18 Landesverbänden hätten mit deutlicher Mehrheit für Söder votiert.

Auch die CDU Niedersachsen hatte sich am Sonntag in einer Online-Konferenz über die Kanzlerkandidatenfrage beraten. Dabei sollen sich der Landesvorstand mit den Bezirks- und Kreisvorsitzenden nach Angaben der Welt „sehr überwiegend“ für Söder ausgesprochen haben.

Stimmung in der Fraktion pro Söder

Am Sonntag vor einer Woche hatte Söder erklärt, er stünde als Kanzlerkandidat bereit, jedoch nur, wenn ihn die CDU darin unterstütze. Das CDU-Präsidium hatte daraufhin am Montag Laschet als Kandidaten ausgerufen. Söder verzichtete im Gegenzug jedoch nicht auf seine Ambitionen und warb am Dienstag in der Unionfraktion im Bundestag für sich.

Auch Laschet stellte sich dort den Abgeordneten, die Stimmung soll allerdings deutlich zugunsten von Söder gewesen sein. Offenbar rechnen viele Abgeordnete damit, daß Söder ein prozentual besseres Ergebnis für die Union bei der Bundestagswahl einfahren könnte und damit auch mehr Abgeordnete für die CDU und CSU in den Bundestag einziehen würden. (krk)

Das Logo der CDU am Konrad-Adenauer-Haus: Parteichef Armin Laschet beansprucht die Kanzlerkandidatur für sich Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
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