Wohnungseinbruch (Symbolfoto): BDK sieht Polizei an Belastungsgrenze Foto: picture alliance/Arco Images
Nordrhein-Westfalen

Kriminalbeamte sehen „dramatische Kriminalitätsentwicklung“

DÜSSELDORF. Der Bund der Kriminalbeamten (BDK) hat vor einer „dramatischen Kriminalitätsentwicklung“ in Nordrhein-Westfalen gewarnt. „Die Politik läßt die Bevölkerung, die für ihre Sicherheit viele Steuern zahlt, im Stich“, sagte der stellvertretende Landeschef der Polizeigewerkschaft, Sebastian Fiedler, nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa.

„Die Ressourcen reichen hinten und vorne nicht mehr, und das ist der wahre Grund dafür, warum wir mit der Kriminalitätsentwicklung nicht mehr Schritt halten können“, kritisierte der BDK. „Die Kripo in NRW ist nicht mehr einverstanden mit dem Kurs des Innenministers und fühlt sich nachhaltig im Stich gelassen.“ Allein in Nordrhein-Westfalen fehlten „Tausende Kriminalbeamte“.

Deutlich mehr Wohnungseinbrüche

Hintergrund ist die Vorstellung der Kriminalstatistik durch Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) am Mittwoch. Daraus geht hervor, daß besonders die Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr deutlich zugenommen hatte. Insgesamt zählten die Behörden in dem Bundesland 62.262 Fälle (plus 18,1 Prozent).

Zudem wurde bekannt, daß der Gesamtanteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen mit 33,9 Prozent auf ein neues Rekordhoch gestiegen war. 2014 lag dieser Wert noch bei 29 Prozent und 2007 bei 21,6 Prozent.

Hoher Ausländeranteil bei Gewalt- und Sexualdelikten

Besonders hoch lag der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen laut der Statistik bei Mord und Totschlag (38 Prozent), Raubdelikten (41,4 Prozent), Wohnungseinbrüchen (48,5 Prozent), Ladendiebstahl (47,5 Prozent), Taschendiebstahl (80,2 Prozent) sowie Gewaltdelikten (34,2 Prozent). Bei den Vergewaltigungen lag dieser Wert bei 32,1 Prozent. Einwanderer mit deutschem Paß sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Der Gesamtanteil von Ausländern an der Bevölkerung lag bei rund zehn Prozent.

Insgesamt wurden rund 1,51 Millionen Straftaten registriert (plus ein Prozent), von denen rund 47 Prozent aufgeklärt werden konnten. Mit Blick auf die Einbruchskriminalität hatte Jäger gesagt: „Wir haben es mit Profis zu tun: gut organisierte Banden, die aus Südosteuropa kommen, hoch spezialisiert, die heute in Köln sind und morgen in Amsterdam – die sind nur schwer zu fassen.“ (ho)

Wohnungseinbruch (Symbolfoto): BDK sieht Polizei an Belastungsgrenze Foto: picture alliance/Arco Images

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

aktuelles