Sachsen-Anhalt

Asylbewerber in Kaserne, Soldaten in Zelte

MAGDEBURG. Die Bundeswehr hat in Sachsen-Anhalt eine Kaserne geräumt, um Platz für die Unterbringung von 700 Asylbewerbern zu schaffen. Die Soldaten zogen statt dessen in Zelte auf einem Truppenübungsplatz.

Die Kaserne am See im Landkreis Stendal wird nun für die kommenden 18 Monate zur Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber umfunktioniert. Verantwortlich für diese ist derzeit noch das Landesinnenministerium. Am Wochenende kamen die ersten knapp 250 Asylsuchenden in der Kaserne an. Es wird damit gerechnet, daß die 700 zur Verfügung stehenden Plätze innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen erschöpft sind.

„Wir kennen das aus den Einsätzen“

Bei der Bundeswehr sorgt die Entscheidung laut dem Presseoffizier des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberstleutnant Thomas Poloczek, für keine Probleme. Der Dienstbetrieb könne ungestört fortgeführt werden.

Derzeit seien etwa 380 Soldaten in Zelten auf dem Truppenübungsplatz Großwudicke in Zelten untergebracht. Dort stünden ihnen auch mobile Sanitäreinrichtungen zur Verfügung. Die Verpflegung werde in einem großen Gemeinschaftszelt ausgegeben. „Das kennen wir schon so aus den Einsätzen in Afghanistan oder im Kosovo“, erläuterte Poloczek gegenüber der JUNGEN FREIHEIT.

„Die übende Truppe fühlt sich wohl und ist zufrieden mit der Situation. Und ein angenehmer Nebeneffekt ist, daß die Wege zur Schießbahn nun kürzer sind.“ Der Betrieb des Zeltdorfes für die Soldaten sei auch in den Wintermonaten kein Problem. Dann stünden ausreichend Stromaggregate und mobile Heizsysteme bereit. (krk)

Asylkrise fordert auch die Bundeswehr: Soldaten errichten in Bayern ein Großraumzelt für Asylsuchende Foto: picture alliance/dpa

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