Einwanderung

Hamburg: Pflegebedürftige müssen Asylbewerbern weichen

HAMBURG. Die Hamburger Sozialbehörde hat die Schließung eines Pflegeheims im Stadtteil Altona angekündigt, um in dem Gebäude Asylbewerber unterzubringen. Die Bewohner sollen auf andere Einrichtungen in der Stadt verteilt werden, teilte die „Pflegen und Wohnen Hamburg GmbH“ am Montag mit.

Als Grund gab das Unternehmen an, der Standort sei wirtschaftlich nicht profitabel genug gewesen. „Obwohl die Defizite seither deutlich reduziert werden konnten, läßt sich dennoch unter den gegebenen Bedingungen perspektivisch keine Kostendeckung erreichen.“ Zugleich sollen die Belastungen für die Bewohner beim Umzug gering gehalten werden. Für viele Pflegebedürftige ist der Verlust ihrer gewohnten Umgebung nur schwer zu verkraften.

Steigende Asylbewerberzahlen in Hamburg

Hintergrund sind auch die steigenden Asylbewerberzahlen. Im vergangenen Jahr nahm die Hansestadt 3.626 Personen auf. Das entspricht einem Anstieg um siebzig Prozent im Vergleich zu 2012. Damals bot die Stadt noch 2.100 Antragstellern eine neue Heimat. In der nun freiwerdenden Einrichtung sollen 330 Asylsuchende untergebracht werden.

Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge muß Hamburg derzeit 2,5 Prozent aller Asylbewerber in Deutschland aufnehmen. Da jedoch jedes Jahr mehr Personen ihren Antrag in Hamburg stellen, werden diese auf andere Bundesländer verteilt. Die meisten Antragsteller kommen aus Afghanistan, der Russischen Föderation und Syrien. (ho)

Schülerdemonstration gegen Abschiebung in Hamburg: Pflegebedürftige müssen umziehen Foto: picture alliance/dpa

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