PARIS. Etwa zwei Wochen nach dem Antifa-Mord an dem Identitären Quentin Deranque (JF berichtete) befürworten mehr französische Wähler eine Brandmauer gegen die linksextreme Partei La France insoumise (LFI) als gegen den rechten Rassemblement National (RN). Eine Mehrheit von 63 Prozent gab an, einen „cordon sanitaire“ („Sperrgürtel“) gegenüber der LFI zu befürworten, berichtete das Forschungsinstitut Elabe. Gegenüber dem RN befürwortet dies nur eine knappe Minderheit von 45 Prozent.
Der Hintergrund: Mindestens zwei der mutmaßlichen Täter beim tödlichen Angriff auf Deranque waren Mitarbeiter eines LFI-Abgeordneten (JF berichtete). Die Partei hatte zudem immer wieder ihre Unterstützung für die verbotene Antifa-Organisation Jeune Garde bekundet.
Barrage „républicain“ : une majorité de Français le ferait contre la France Insoumise, une (grosse) minorité contre le RN.
🔸 Barrage contre LFI : 63% des Français le feraient
Electeurs LR 88%
Electeurs RN 85%
Electeurs ENS 78%
Electeurs NFP 26%🔹Barrage contre le RN : 45%… pic.twitter.com/DiyCfmbDKg
— Paul Cébille (@Ellibec) February 25, 2026
Die Angaben unterscheiden sich dabei jedoch deutlich je nach Parteienpräferenz. Wähler des RN und der konservativen Partei Les Républicains sind mit jeweils mehr als 80 Prozent für eine Brandmauer gegen die LFI.
Mehrheit will gegen LFI-Kandidaten stimmen
Tief gespalten sind hingegen die Anhänger des linken Wahlbündnisses Nouveau Front populaire (NFP) – dem auch LFI angehört. Etwa 50 Prozent der NFP-Wähler sind gegen eine Brandmauer, knapp 49 Prozent dafür – wie sich das übrig gebliebene eine Prozent äußerte, ist unbekannt. Brisant: Fast 90 Prozent der Wähler der sozialdemokratischen Parti socialiste (PS) wollen keinerlei Zusammenarbeit mit der LFI mehr. Der ehemalige PS-Präsident François Hollande hatte kurz zuvor genau dazu aufgerufen (JF berichtete). Dabei gehört die Partei ebenso zum NFP-Bündnis.
Sollte ein LFI-Kandidat in die Stichwahl kommen, erklärten 63 Prozent der Befragten, in diesem Fall unter allen Umständen den Gegenkandidaten unterstützen zu wollen – auch wenn dieser vom RN stammen würde. Dagegen gaben lediglich 45 Prozent an, den Gegenkandidaten eines RN-Kandidaten um jeden Preis unterstützen zu wollen.
Quentin D. wird beerdigt
Generell hat der Großteil der Franzosen ein sehr negatives Bild der Partei. Ganze 74 Prozent glauben, daß die Bewegung Spannungen schüre, weitere 69 Prozent glauben, daß sie zu enge Verbindungen zu gewaltaffinen Bewegungen unterhalte. Ganze 66 Prozent glauben, dass LFI eine Bedrohung für die Demokratie darstelle.
Am Dienstag war in Lyon die Bestattungsfeier für das Opfer Quentin Deranque abgehalten worden. Bestattet wurde er im Dorf Cucuron, dem Wohnort seiner Eltern. Rund 30 Personen hatten an der Zeremonie teilgenommen, die aufgrund des traditionell katholischen Glaubens des Getöteten (JF berichtete) auf Latein abgehalten wurde. (lb)





