WIEN. Auch 17.700 Österreicher sitzen derzeit im Nahen Osten fest. Wegen der kriegsbedingten Sperre des Luftraums ist eine reguläre Ausreise kaum möglich. Das Bundesheer kann nicht eingreifen: Keine der Hercules-Transportmaschinen ist einsatzbereit.
Da das Bundesheer keine Evakuierungsflüge durchführen kann, ist ein politischer Streit entbrannt. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker sprach von einem „Skandal der Sonderklasse“.
Die Situation sei Folge eines „jahrelangen ÖVP-Aushungerungskurses“ beim Heer. Wenn sich österreichische Staatsbürger in einer derartigen Krisensituation nicht mehr auf die Unterstützung des eigenen Staates verlassen könnten, sei das ein „beispielloser Vertrauensbruch“. Die ÖVP wies die Vorwürfe zurück. Ihr Wehrsprecher Friedrich Ofenauer machte den früheren Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) für den Zustand der Flotte verantwortlich. Hätte Kunasek die Nachbeschaffung der mehr als 60 Jahre alten Transportmaschinen rechtzeitig eingeleitet, stünden nun drei funktionstüchtige Flugzeuge zur Verfügung. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) habe die Nachbeschaffung bereits 2021 angestoßen.
Jene, die sich jetzt darüber beschweren, dass die Transportflugzeuge des #Bundesheer nicht einsatzbereit sind: Sind das auch jene, die jahrelang mehr Geld für das #Bundesheer gefordert haben?
— Michael Bauer (@Bundesheerbauer) March 2, 2026
Österreich will Busse organisieren
Derzeit verfügt das österreichische Bundesheer nur noch über zwei C-130-„Hercules“-Maschinen. Eine befindet sich zur Wartung in Portugal, die andere ist wegen technischer Probleme nicht einsatzbereit. Eine dritte Maschine war im Herbst außer Dienst gestellt worden. Vier neue Transportflugzeuge des Typs C-390 „Embraer“ wurden 2024 bestellt, das erste soll jedoch erst 2028 ausgeliefert werden.
Die österreichische Botschaft in Abu Dhabi will Busse organisieren, die Reisende nach Saudi-Arabien bringen sollen. Von dort aus müßten sich die Betroffenen selbst um eine Weiterreise bemühen. Ob ähnliche Transporte von Dubai aus geplant sind, war zunächst offen.
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) betonte unterdessen, man werde „jedem einen Flugplatz zur Verfügung stellen können“ und internationale Kooperationen nutzen. Für die tausenden Österreicher in der Region bleibt die Lage damit weiter ungewiss.






