MAINZ. Das ZDF hat seine New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht abberufen. Hintergrund ist der von ihr verantwortete Bericht der ZDF-Sendung „heute journal“ vom 13. Februar, in dem es um Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE ging und bei dem zwei Videos gezeigt wurden – eines davon zeigte aus dem Kontext gerissen eine Festnahme nach einem Amoklauf in Florida aus dem Jahr 2022, das andere war KI-generiert (JF berichtete).
Der Sender hatte nach breiter Kritik am 16. Februar – drei Tage nach der Sendung – eine Richtigstellung veröffentlicht und um Entschuldigung gebeten. Am 17. Februar wurde die Sache von dem öffentlich-rechtlichen Sender auch im Fernsehen richtiggestellt und um Entschuldigung gebeten.
Am Freitag äußerte sich die ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten erneut zu dem Vorfall und betonte: „Der Schaden, der durch die Mißachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß.“ Es gehe „um die Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung“. Sie versprach „einen Maßnahmenkatalog, um mit aller Konsequenz sicherzustellen, daß die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden“.
ZDF-Moderatorin irritierte bereits mit der Anmoderation
Bereits die Anmoderation der Skandal-Sendung hatte für Kritik gesorgt. Dort hatte die Moderatorin Dunja Hayali gesagt, wer in den sozialen Medien unterwegs sei, werde feststellen, daß es sehr viele Videos von den ICE-Einsätzen gibt. „Nicht alle sind echt, aber doch sehr viele.“
Die nun freigestellte Albrecht arbeitet seit 2001 für das ZDF, die Korrespondentenstelle in New York City leitete sie dem 1. Januar 2025. (st)






