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Eintracht Frankfurt setzt AfD-Fan vor die Tür: Nordkorea am Main

Eintracht Frankfurt setzt AfD-Fan vor die Tür: Nordkorea am Main

Eintracht Frankfurt setzt AfD-Fan vor die Tür: Nordkorea am Main

Frankfurt 25. Februar 2024, Fußball: Bundesliga, Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg, 23. Spieltag, Die Frankfurter Fans in der Nordwest Kurve im Waldstadion / Deutsche Bank Park. Der SGE-Fan Thomas Klempert darf wegen seiner AfD-Sympathien keine Würstchen mehr am Stadion verkaufen und vergleicht die Situation mit der in Nordkorea.
Frankfurt 25. Februar 2024, Fußball: Bundesliga, Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg, 23. Spieltag, Die Frankfurter Fans in der Nordwest Kurve im Waldstadion / Deutsche Bank Park. Der SGE-Fan Thomas Klempert darf wegen seiner AfD-Sympathien keine Würstchen mehr am Stadion verkaufen und vergleicht die Situation mit der in Nordkorea.
Die Fankurve von Eintracht Frankfurt und Thomas Klempert: Wegen politischer Einstellung gecancelt. Fotos: picture alliance / Presse- und Wirtschaftsdienst | Bernd Kammerer / Instagram @thomas_unbreakable Screenshot: JF
Eintracht Frankfurt setzt AfD-Fan vor die Tür
 

Nordkorea am Main

Thomas Klempert, auf Instagram bekannt als „Thomas Unbreakable“, ist einer der bekanntesten Fans von Eintracht Frankfurt. Jetzt verliert er wegen seiner politischen Einstellung seinen Würstchenstand am Stadion.
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Thomas Klempert ist in der Fanszene der SG Eintracht Frankfurt bekannt wie ein bunter Hund. Das hat zwei Gründe: Zum einen ist er seit Jahren ein bekanntes Gesicht im Hooligan-Milieu des Vereins. Zum anderen ist Klempert ein erfolgreicher Influencer. Seinem Instagram-Kanal „Thomas Unbreakable“ folgen etwa 39.000 Menschen. Dort lädt der 53jährige regelmäßig Kurzvideos hoch, inhaltlich geht es vielfältig zur Sache: Mal sind es Fotos von ihm und seiner Familie, manchmal lichtet er sich mit anderen Prominenten und Influencern ab. Manchmal bewirbt er auch seine Boxkämpfe oder teilt vergangene Wettbewerbe im klassischen Faustkampf. Natürlich gibt es auch Liebesbekundungen für seine Eintracht – und AfD-freundliche Äußerungen. Und genau die werden für ihn zum Problem.

Seit vier Jahren betreibt Klempert einen Würstchenstand auf dem Gelände des Deutsche-Bank-Parks, wie das Frankfurter Waldstadion inzwischen offiziell heißt. „Ich habe den Stand über einen Freund verpachtet bekommen, der wiederum bei der Eintracht pachtet“, erzählt Klempert der JUNGEN FREIHEIT. „Jetzt haben sie meinem Kollegen gesagt: Der Thomas muss weg, seine politische Einstellung geht gar nicht.“ Weder er selbst noch sein Kollege hätten dazu eine schriftliche Erklärung des Vereins erhalten, das sei „alles mündlich“ abgelaufen.

 

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Klemperts Kollege habe sich, da er selbst mehrere Stände auf dem Stadiongelände betreibt und sich Ärger mit Eintracht Frankfurt sprichwörtlich nicht leisten kann, schweren Herzens der Anweisung gefügt und ihm die Kündigung ausgesprochen. Klempert, inzwischen Familienvater, ist schon lange nicht mehr als Hooligan aktiv ist. Es habe an seinem Würstchenstand nie Probleme gegeben, selbstverständlich seien alle Eintracht-Fans dort willkommen – auch Linke. Er sei nie mit einem Stadionverbot belegt worden, sein Führungszeugnis sei sauber, betont Klempert. Den Vorwurf, rechtsextrem zu sein, weist er entschieden zurück – er habe selbst einen Migrationshintergrund und Freunde aus aller Welt.

Die JUNGE FREIHEIT bat Eintracht Frankfurt um eine Stellungnahme zu den Beweggründen für den Rauswurf, diese blieb jedoch unbeantwortet.

Eintracht Frankfurt orchestriert regelmäßig woke Kampagnien

Das Ganze passiert nicht im luftleeren Raum, die Verantwortlichen bei Eintracht Frankfurt fallen immer wieder mit politisch linken Aktionen auf. 2017 beteiligte sich der Verein an den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus“. 2019 startete der Verein die Kampagne „Platz für Vielfalt“, im DFB-Pokalhalbfinale gegen Bayern München im Jahr 2020 liefen die Spieler des hessischen Vereins mit der Parole „Black Lives Matter“ auf den Trikots auf. Im selben Jahr spendete der Verein 50.000 Euro an die linke Anne Frank Stiftung.

2023 kooperierte die Eintracht mit einer Migranten-Lobbyorganisation namens „Tent“ („Zelt“, Anm. d. Red.), trug deren Logo auf dem Trikot. Im März dieses Jahres gab es erneut ein Sondertrikot. „Wir sind Frankfurt. Alle“, stand darauf. Die Verantwortlichen wollten damit nach eigener Aussage ein Zeichen gegen Diskriminierung und Rassismus setzen.

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Vor allem Peter Fischer, von 2000 bis 2024 Vereinspräsident, leistete sich immer wieder verbale Entgleisungen gegen AfD-Wähler. 2018 betonte er – entgegen der offiziellen Vereinscharta –, dass es unmöglich sei, zugleich Eintracht- und AfD-Mitglied zu sein. Im Februar 2024 sagte er gegenüber dem Sender RTL, wer die Rechtspartei wähle, sei „Nationalsozialist, nichts anderes“. Dazu forderte er: „Rennt ihnen die Türen ein, gebt ihnen Ohrfeigen, kotzt ihnen ins Gesicht.“ Das sei der richtige Umgang mit AfD-Wählern.

„Das ist mein Verein und das bleibt er auch“

Klempert zeigte sich gegenüber der JF enttäuscht über die Entscheidung seines Vereins, ihm den Pachtvertrag zu kündigen. „Ich war sprachlos, dass wir in Deutschland so weit sind. Wir leben doch nicht in Nordkorea.“ Es sei für ihn absurd, dass diejenigen, die am häufigsten Toleranz einfordern, die intolerantesten seien. Ihn selbst habe es nie gestört, wenn Linke oder Migranten zum Fußball gehen und bei ihm eine Bratwurst essen wollen. Rechtliche Schritte will er nicht einleiten. Zum einen wolle er nicht das Risiko eines Rechtsstreits gegen einen Millionen-Konzern auf sich nehmen, zum anderen bringe er es nicht übers Herz, den eigenen Verein zu verklagen.

Es habe ihn jedoch gefreut, dass er so viele unterstützende Zuschriften erhalten habe – auch von Fans anderer Vereine und sogar von einigen Linken. Er wolle sich nicht die Laune verderben lassen und drücke der Eintracht weiterhin die Daumen, denn: „Das ist mein Verein und das bleibt er auch.“

Die Fankurve von Eintracht Frankfurt und Thomas Klempert: Wegen politischer Einstellung gecancelt. Fotos: picture alliance / Presse- und Wirtschaftsdienst | Bernd Kammerer / Instagram @thomas_unbreakable Screenshot: JF
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