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Laschets dritte Einheit

Nordrhein-Westfalens Super-Minister Armin Laschet (CDU, zuständig für
„Generationen, Familie, Frauen und Integration”) nutzt das aktuelle Jubiläumsjahr, um für eine „dritte deutsche Einheit“ zu trommeln. Ein ganzes Buch hat er zu diesem Zweck geschrieben oder schreiben lassen, „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance”.

Wer Laschets Treiben in den vergangenen Jahren verfolgt hat, der hat keinen Zweifel, daß der Titel dem Inhalt entspricht. Die meisten Exemplare dürften ungelesen im Schredder landen. Am Mittwoch nun publizierte der Minister in der FAZ eine Kurzfassung. Sein Credo lautet: Was wir mit den 12 Millionen Vertriebenen und nach 1989 mit knapp 17 Millionen Ossis geschafft haben
– die „Integration” –, das werden wir auch mit den vier Millionen
Muslimen hinkriegen!

Das Erfolgsmodell liefert ihm die Republik Konrad Adenauers, die eine
„Aufsteigerrepublik“ beziehungsweise „Aufstiegsgesellschaft“ für Kinder aus allen
sozialen Schichten gewesen sei – im Gegensatz zu heute. Wer immer ihm
diese Begriffe geflüstert hat, ihre Herkunft aus den Discount-Denkfabriken der Bundesrepublik ist unverkennbar. Sie sind ähnlich belastbar wie die „Generation Reform“, die der Historiker Paul Nolte in der Regierungszeit Gerhard Schröders ausrief und keinesfalls verwechselt werden darf mit der „Generation Berlin“, die der Soziologe Heinz Bude anläßlich des Regierungsumzugs prognostizierte. Auf deren Ankunft warten wir noch immer.

Unstatthafte Analogien

Natürlich sind die Analogien mit den Ostvertriebenen und den DDR-Bürgern
aus historischen, staatsrechtlichen, juristischen, politischen, kulturellen und aus nationalen Gründen unstatthaft, doch geschenkt. Wichtiger ist, daß hinter dieser Wortwahl zwar keine Plausibilität, doch eine klare politische Botschaft steht. Explizit erwähnt Laschet das „Lastenausgleichsgesetz„ und das „Bundesvertriebenengesetz“.

Der Lastenausgleich erlegte den Westdeutschen, welche noch Besitz über den
Krieg retten konnten, eine Vermögensabgabe auf, die den vertriebenen
Ostdeutschen zugute kam, die in der Regel einen Totalverlust erlitten hatten. „’Eingliederung‘ war das Gebot der Stunde: in den Wohnungsmarkt, in den Arbeitsmarkt (…).“ Offenbar schwebt Laschet so etwas auch zwischen Deutschen und Problemausländern vor. „Die finanziellen Investitionen dafür dürften nicht gering sein, doch sie unterschreiten die Folgekosten einer unterlassenen Integration bei weitem.“

In der jüngeren deutschen Geschichte wurden noch andere Instrumente zur
Katastrophenbewältigung kreiiert: Währungsschnitte, Bezugsscheine,
Zwangsbewirtschaftung des Wohnraums. Die DDR war zudem stolz auf die „Brechung des bürgerlichen Bildungsprivilegs“.

Heute werden die „Eliten“ – zumeist stinknormale Bürger – angeprangert, wenn sie ihre Kinder gezielt auf Schulen schicken, wo noch Unterricht in deutscher
Sprache möglich ist. Die Grünen fordern einen „Bildungssoli“, was nichts anderes heißt, als das Volk für die Folgen ihres Multi-Kulti-Experiments verstärkt zur Kasse zu bitten. Was Laschet „die dritte Einheit“ nennt, entpuppt sich als Monster.

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