Deutschland 2026 ist, wenn man permanent das Gefühl hat, von bösartigen Clowns regiert zu werden. Immer wieder stellt sich die Frage: Sind die wirklich so dumm, oder wollen die Politiker uns demütigen? Leben wir unter einer von feindlichen Aliens gebauten Kuppel und sind eigentlich nur unfreiwillige Teilnehmer einer intergalaktischen Episode von „Verstehen Sie Spaß?“ Wie dem auch sei. Wer sich nach einem Jahrzehnt von andauernder Drittwelt-Migration, dem gesetzlichen Verbot, biologische Fakten auszusprechen und der absichtlichen Verknappung von Energie gedacht hat, „noch irrer kann es nicht mehr werden“, der sollte einen Blick nach Thüringen werfen. Denn im Freistaat setzen die Vertreter „unserer Demokratie“ noch einen drauf.
Dort soll es im Landtag zu einer Anhörung kommen, die sich mit einem möglichen AfD-Verbotsverfahren auseinandersetzt. Als Fachmann geladen ist der Komiker Hape Kerkeling. Der bekennende Homosexuelle zog erst 2023 aus Berlin weg, weil die „Atmosphäre deutlich homophober geworden“ sei. Ohne diese „Atmosphäre“ zu konkretisieren, natürlich. Die Berliner sind irgendwann einfach aufgewacht und haben angefangen, Schwule und Lesben zu hassen. So wird es wohl gewesen sein. An Kerkelings Unvoreingenommenheit darf gezweifelt werden, schließlich fordert er seit Jahren ein AfD-Verbot.

Doch auch die AfD lässt sich nicht lumpen und schlägt eigene Redner für die Anhörung im Thüringer Landtag vor. Da wären der ehemalige Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen und der Verfassungsrechtler Ulrich Vosgerau. Okay, nicht schlecht, die haben zumindest irgendwas mit Jura und Politik zu tun – anders als Hape Kerkeling. Doch weil bescheuerte Vorschläge keine Monopole der Regierung sind, dürfen auch zwei weitere Kandidaten nicht fehlen, die mit schriftlichen Stellungnahmen ihren Senf dazugeben: der US-Außenminister Marco Rubio und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow.
Wenn jetzt jeder absurde Teilnehmer vorschlagen darf, sollte die JUNGE FREIHEIT das auch dürfen. Deshalb kommen hier fünf Personen, die sich besser eignen würden als alle bislang genannten Kandidaten.
1.Kim Jong Un
Von Kim Jong Un kann das politische Berlin noch was lernen. Seit 15 Jahren steht der wohl einzige Nordkoreaner mit Übergewicht an der Spitze seines Staates. Von so einer stabilen Regierung können sämtliche westliche Demokratien nur träumen. Er ist auch einer der wenigen Politiker, die nie eine Wahl verloren haben.
Auch auf anderen Ebenen kann Deutschland sich eine Scheibe von dem ostasiatischen Land abschneiden. Denn in Nordkorea gibt es keine Medien wie die JUNGE FREIHEIT oder „Nius“ die mit Hass und Hetze gegen die Regierung agitieren. CDU-Mann Daniel Günther gefällt das. Und: Ein Land, das „demokratisch“ im Namen hat und einen Bruchteil des CO2-Verbrauchs pro Kopf von Deutschland aufweist, kann nur Vorbild sein. Wer ist also berechtigter, über die Zukunft unserer Parteienlandschaft zu entscheiden? Eben. Himmlischer Führer, übernehmen Sie!
2. Erling Braut Haaland
Erling Braut Haaland hat alles, was man als Mediator braucht: Charisma, Charme, Empathie. Videos, die zeigen, wie freundlich er mit Mitarbeitern umgeht, begeistern das Internet. Kritiker würden einwenden, dass der Fußballstar kein Deutsch spricht – aber das tut Analena Baerbock auch nicht, und sie hat es bis zur Außenministerin gebracht. Dieses Argument zieht also nicht.
Zudem ist der 25jährige, der aussieht wie ein Wikinger aus einer längst vergessenen Zeit, ein rhetorisches Schwergewicht. Als ihm mal ein deutscher Journalist eine dumme Frage gestellt hat (sowas kommt vor!), antwortete er schlicht: „Why not?“. Recht hat er. Soll Haaland doch entscheiden, ob die umfragenstärkste Partei des Landes verboten werden soll. Warum nicht?
3. Manuellsen
Der 1979 in Berlin-Kreuzberg als Emanuel Yousef Osman Smadi Twellmann geborene Rapper Manuellsen ist ein echtes Internetphänomen. Neben seinem unbestreitbaren Gesangstalent fasziniert Fans und Hater seine direkte Art – die Interviews des Musikers haben Legendenstatus.
Zwar kritisiert er regelmäßig vermeintlichen Rassismus in der Gesellschaft und ist als bekennender Moslem vielleicht nicht der neutralste Beobachter, wenn es um die AfD geht. Dafür nimmt er den Grenzschutz sehr ernst. Einem verfeindeten Rapper drohte der Wahl-Ruhrpotter einst damit, Nordrhein-Westfalen für ihn „zuzumachen“. Auch in interkulturellen Angelegenheiten hat das Wort des 47jährigen Gewicht. „Sag was gegen mich, 5.000 Kurden stehen auf“, ist auch so ein berühmter Manuellsen-Satz.
Zumindest die deutsche Bevölkerung unter 35 kennt ihn und hängt an seinen Lippen. Eine kantige Manuellsen-Ansprache, wahlweise unterlegt mit arabischen Beleidigungen, wäre wohl das meistgeklickte Video aus dem Thüringer Landtag. So bekämpft man Politikverdrossenheit, so geht gelebte Demokratie.
4. Der Drachenlord
Wer den Drachenlord nicht kennt, hat im Leben vieles falsch gemacht – oder richtig. Das liegt im Auge des Betrachters. Jedenfalls wäre der Skandal-YouTuber, der im echten Leben Rainer Winkler heißt, ein guter Kandidat, um im Thüringer Landtag über ein AfD-Verbot zu sinnieren. Denn der Franke ist ein lebendes Füllhorn an politphilosophischen Erkenntnissen. Bei Corona war er näher an der Wahrheit als der Mainstream: „Deswegen sage ich: Lasst euch nicht impfen, das ist Bullshit. Aber macht, was ihr für richtig haltet“, sagte er seinen Zuschauern.
Geschichtspolitisch glänzt er mit unkonventionellen Denkansätzen. „Ich bin der Meinung, hätte man die…äh…hätte man Amerika nie entdeckt und die Indianer hätten da ihr Leben weitergelebt…dann bin ich fest der Überzeugung, dass diese Menschen, die damals da lebten, heute sowas wie Elfen wären.“ Altkanzlerin Merkel habe zwar „einen guten Job“ gemacht, gleichzeitig beschwert er sich über aggressive Ausländer. Ein Demokrat der Mitte, wie es heutzutage heißt.
Rainer Winker für die Landesliste der AfD NRW vorgeschlagen! pic.twitter.com/Px6RmDXV8N
— schrammi 🐠 (@ogschrammi) July 12, 2026
Das einzige Problem: Der Drachenlord wurde unlängst beim völlig eskalierten Chaos-Parteitag der AfD Nordrhein-Westfalen für einen Listenplatz nominiert. Als potentieller Landtagsabgeordneter über die eigene Partei zu urteilen, wäre wohl ein Interessenskonflikt. Andererseits: wen interessiert das noch? Wir leben schließlich in einem Land, in dem ein weisungsgebundener Inlandsgeheimdienst Gefälligkeitsgutachten über die Opposition verfasst – die anschließend von der Mehrheit der Presse unkritisch als Argument für ein Parteiverbot vorgetragen werden. Da macht ein übergewichtiger AfD-Spaßkandidat den Kohl auch nicht mehr fett.
5. Arafat Abou-Chaker
Die Berliner Clangröße Arafat Abou-Chaker ist ein wandelndes Sittengemälde des geistig-moralischen Zustands der Bundesrepublik. Der palästinensischstämmige gebürtige Berliner beherrscht die Multikulti-Bullshit-Klaviatur wie aus dem Effeff, wie sein Auftritt im Podcast bei „Ben ungeskriptet“ eindrucksvoll zeigt. Türken haben Deutschland aufgebaut, ohne Ausländer würde alles zusammenbrechen. Asylbewerber sind nur deshalb krimineller als Deutsche, weil sie keine Arbeitserlaubnis haben. Abgesehen davon, sind Asylbewerber gar nicht krimineller als Deutsche. Man kennt es.
Man muss ihm aber lassen: Wie er über das Steuersystem herzieht und den Staat als „den wahren Clan“ bezeichnet, dürfte vielen Bürgern aus dem Herzen sprechen. Auch jenen, die nichts dagegen hätten, wenn Abou-Chaker samt Familie das Land verließe. In der Deutschrap-Welt hat er sich zuletzt schon als Mediator verdient gemacht. Meistens reicht ein böser Blick, eine Weisheit wie „Der Prophet sagt, vertragt euch“ – und zack, geben sich die Streithähne die Hand, nennen sich gegenseitig „Bruder“ und niemand wird verletzt.
Er würde vermutlich einen Kompromiss raushandeln, dass die AfD nur jeden zweiten Monat im Jahr verboten wird. Oder, dass sie nicht verboten wird, aber nicht mehr bei Wahlen antreten darf. Schlechter als Hape Kerkeling oder Sergej Lawrow würde er es bestimmt auch nicht machen.






