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Fußball-Weltmeisterschaft: Nach Trump-Anruf bei Infantino fordert der DFB eine Erklärung von der Fifa

Fußball-Weltmeisterschaft: Nach Trump-Anruf bei Infantino fordert der DFB eine Erklärung von der Fifa

Fußball-Weltmeisterschaft: Nach Trump-Anruf bei Infantino fordert der DFB eine Erklärung von der Fifa

Ein Anruf von Trump beim Fifa-Boss genügt, und die USA dürfen ihren mit einer Roten Karte gesperrten Stürmer wieder auflaufen lassen? Das gefällt der restlichen Fußballwelt gar nicht. Foto: IMAGO / Newscom / AdMedia
Ein Anruf von Trump beim Fifa-Boss genügt, und die USA dürfen ihren mit einer Roten Karte gesperrten Stürmer wieder auflaufen lassen? Das gefällt der restlichen Fußballwelt gar nicht. Foto: IMAGO / Newscom / AdMedia
Ein Anruf von Trump beim Fifa-Boss genügt, und die USA dürfen ihren mit einer Roten Karte gesperrten Stürmer wieder auflaufen lassen? Das gefällt der restlichen Fußballwelt gar nicht. Foto: IMAGO / Newscom / AdMedia
Fußball-Weltmeisterschaft
 

Nach Trump-Anruf bei Infantino fordert der DFB eine Erklärung von der Fifa

Die Fifa hebt die Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun auf – offenbar nach einem Telefonat zwischen Donald Trump und Gianni Infantino. Nun wächst der Druck auf den Weltverband, auch der DFB verlangt Aufklärung.
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SEATTLE. Die Fifa hat mit der Aufhebung der Rotsperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun eine internationale Debatte ausgelöst. Der 25jährige darf damit im WM-Achtelfinale der Vereinigten Staaten gegen Belgien spielen. Zuvor soll US-Präsident Donald Trump persönlich bei Fifa-Präsident Gianni Infantino angerufen haben.

Balogun hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen. Er war seinem Gegenspieler Tarik Muharemovic auf den Knöchel gestiegen.

Die USA gewannen das Spiel dennoch mit 2:0, Balogun wäre nach dem Platzverweis automatisch für das nächste Spiel gesperrt gewesen. Nach Berichten mehrerer Medien soll die Trump-Regierung noch am Abend des Spiels aktiv geworden sein. Demnach informierten Mitarbeiter aus dem Umfeld der WM-Taskforce des Weißen Hauses den Präsidenten über die Sperre. Trump habe daraufhin Infantino angerufen und um eine Überprüfung der Entscheidung gebeten. Die Fifa hob die Sperre später unter Verweis auf eine wenig bekannte Regelung ihres Disziplinarrechts auf. Der Weltverband erklärte, die Disziplinarkommission könne bei Sanktionen im Einzelfall Ermessen ausüben. Zu einer möglichen Einflussnahme des Weißen Hauses äußerte sich die Fifa bislang nicht.

Auch Jürgen Klopp ist über Trump-Anruf sauer

Doch US-Präsident Trump bedankte sich anschließend öffentlich. „Danke an die Fifa, dass sie das Richtige getan und eine große Ungerechtigkeit rückgängig gemacht hat“, schrieb er in sozialen Medien. In Europa löste der Vorgang heftige Kritik aus. DFB-Präsident Bernd Neuendorf forderte eine schnelle Erklärung des Weltverbands. Die Fifa müsse sich zu Berichten äußern, wonach der Entscheidung ein Telefonat zwischen Trump und Infantino vorausgegangen sein soll. Der Eindruck einer politischen Einflussnahme auf den Sport müsse „zügig und schlüssig ausgeräumt werden“. Es gehe um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der Fifa.

Noch schärfer reagierte Jürgen Klopp. Der frühere Liverpool-Trainer, der derzeit als MagentaTV-Experte bei der WM arbeitet und als möglicher Bundestrainer gehandelt wird (die JF berichtete), nannte den Vorgang „verrückt“. „Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel“, sagte Klopp. Wenn Trump und Infantino die Sache tatsächlich miteinander ausgemacht hätten, stelle das „alles infrage“.

Auch inhaltlich widersprach Klopp der Aufhebung der Sperre. „Da gibt es gar keine zwei Meinungen. Das ist eine Rote Karte“, sagte er. Balogun habe seinen Gegenspieler zwar nicht verletzen wollen, aber die Regeln seien eindeutig. Selbst bei einer Fehlentscheidung müsse der Fußball lernen, damit zu leben. Es handele sich um eine Tatsachenentscheidung.

Mehrere internationale Medien kritisierten ebenfalls die Nähe zwischen Trump und Infantino. In Belgien, England, Italien, Spanien, Frankreich und den USA wurde die Entscheidung als ungewöhnlich, ungerecht oder politisch belastet beschrieben. Die BBC verwies auf die seit langem bekannten engen Beziehungen zwischen dem Weißen Haus und der Fifa. ESPN fragte, wer einen Sieg wolle, der durch undurchsichtige Eingriffe überschattet werde. (rr)

Ein Anruf von Trump beim Fifa-Boss genügt, und die USA dürfen ihren mit einer Roten Karte gesperrten Stürmer wieder auflaufen lassen? Das gefällt der restlichen Fußballwelt gar nicht. Foto: IMAGO / Newscom / AdMedia
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