BERLIN. Der Chef der Grünen Jugend, Luis Bobga, hat nach dem Ausscheiden der Nationalmannschaft gegen die Deutschlandflagge gehetzt. Auf dem Kurznachrichtendienst Threads und auf Instagram schrieb Bobga, die Deutschen sollten jetzt ihre „Scheiß-Deutschlandflaggen“ wieder abzuhängen. Zudem drückte er seine Freude darüber aus, dass Kai Havertz und Nick Woltemade in der Elfmeterrunde verschossen haben und nicht der kurdischstämmige Deniz Undav oder Leroy Sané, dessen Vater ein senegalesischer Fußballer ist. „Aber für die Diskussion seid ihr nicht ready.“
Der Grüne-Jugend-Chef rechtfertigte seine Aufforderung mit „Menschen, die mit dieser Flagge Gefahr, Gewalt und Ausgrenzung“ verbänden. „Natürlich ist nicht jeder, der zur WM eine Flagge aufhängt oder das DFB-trikot trägt rechts – das zu behaupten wäre absurd.“ Gleichwohl sei es „wichtig“, anzuerkennen, dass es bei einem Teil der Gesellschaft „unschöne Erinnerungen“ hervorrufe.
Grüne Jugend bekennt sich offen zum Antipatriotismus
Bereits im Januar hatte Bobga mit der Beleidigung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) für Empörung gesorgt (JF berichtete). Der 23jährige ließ damals in einem Instagram-Beitrag das Bild bayerischen Ministerpräsidenten einblenden, als in der Hintergrundmusik das Wort „Hurensohn“ fiel. Daraufhin distanzierte sich die Bundespartei von der Äußerung. „Jeder sollte seinen Beitrag zum Anstand leisten“, sagte Nouripour der Bild am Sonntag. Söders eigene Attacken gegen seine Partei rechtfertigten keine „Entgleisung unter der Gürtellinie“.
In ihren Grundsätzen bekennt sich die Grüne Jugend dazu, gegen „jede Form von Nationalismus und Patriotismus“ einschließlich der „modernen scheinbar harmlosen Erscheinungen“ zu kämpfen. 2012 hatte sie mit einem Sticker mit der Aufschrift „Patriotismus? Nein danke!“ zur Fußball-Europameisterschaft Kritik der Unionsparteien auf sich gezogen (JF berichtete). „Die Trennung zwischen guten PatriotInnen und schmuddeligen NationalistInnen gibt es nicht; der positive Bezug zum eigenen ‘Vaterland’ bedeutet immer auch die Abwertung von anderen, weil sie zum Beispiel AusländerInnen sind oder homosexuell“, betonte die grüne Parteijugend.
Kritik aus dem Bundestag
Bereits 2008 hatte ein Vorfall auf dem Bundeskongress der Grünen Jugend für einen Skandal gesorgt. Damals waren Fotos aufgetaucht, auf denen Mitglieder der Nachwuchsorganisation offensichtlich auf eine am Boden liegende Deutschland-Flagge urinierten (JF berichtete). Dies sorgte für massive Kritik, worauf sich der damalige Sprecher der Jugendorganisation, Jan Philipp Albrecht, von der Aktion distanzierte.
Der AfD-Fraktionsvize im Bundestag, Sebastian Münzenmaier, kritisierte Bobga scharf. „Nur linke & grüne Lumpen hassen Schwarz-Rot-Gold“, hieß es von Münzenmaier auf der Plattform X. „Die antideutschen Grünen hetzen mal wieder gegen unsere Flagge. Das ist übrigens der Wunschkoalitionspartner der CDU.“
Die antideutschen Grünen hetzen mal wieder gegen unsere Flagge. Das ist übrigens der Wunschkoalitionspartner der CDU…
— Sebastian Münzenmaier, MdB (@S_Muenzenmaier) July 1, 2026
(kuk)






