„Islamo-gauchisme“: Demonstrant in Hamburg
Moslemischer Demonstrant in Hamburg Foto: picture alliance/Daniel Reinhardt/dpa
Ditib, Islamismus und „Unterwerfung“

„Islamo-gauchisme“ ist auch ein deutsches Problem

Die Satirezeitschrift Charlie Hebdo feierte diesen Montag ihren 50. Geburtstag, doch es darf bezweifelt werden, daß dem Redaktionsteam derzeit nach Feiern zu Laune ist. Vor einigen Wochen erst wurde der französische Lehrer Samuel Paty für das Zeigen der Mohammed-Karikaturen von Charlie Hebdo enthauptet. Doch ein übergreifender Aufschrei, gar eine Revolution, ist ausgeblieben und mehr als ein weiteres #Jesuis… und leeren Worthülsen ist nicht dabei rumgekommen.

Ganz im Gegenteil! Samuel Paty ist nicht nur ein Opfer eines islamistischen Anschlags geworden, sondern war im Vorfeld schon dem vorauseilenden Gehorsam seiner Kollegen ausgesetzt, die, anstatt mit ihm zusammen die Werte der Republik zu verteidigen, Paty dafür intern anprangerten, daß er mit seinem Handeln bewußt nur Schaden anrichtete.

Eben mit dieser falsch verstandenen Solidarität, die vor allem aus dem linken Teil der Gesellschaft kommt und in Frankreich als „Islamo-gauchisme“ bezeichnet wird, spielt man den Islamisten in die Hände. Niemandem ist damit geholfen, wenn Probleme nicht als solche benannt werden und eine Täter-Opfer Umkehr stattfindet, welche die Schuld nie bei den Moslems selbst sucht, sondern diese von jeglicher Schuld freispricht.

Deutschland, das Zentrum des Islamismus in Europa

Leider muß man bezweifeln, daß die Gefahr einer solch laschen Herangehensweise im Umgang mit dem Islam hierzulande vollständig erkannt worden ist und sich das Problem alleine auf Frankreich beschränkt. Wer weiterhin von der Idee eines „Euro-Islam“ oder „deutschen Islam“ fabuliert, und nicht sieht, daß die vom Innenminister Horst Seehofer (CSU) geleitete Islamkonferenz spätestens seit dem Austritt des Publizisten Hamed Abdel-Samad nichts weiter als eine staatlich subventionierte Schmierenkomödie ist, um die Öffentlichkeit zu beschwichtigen, tut nicht nur den integrierten Moslems Unrecht, sondern erweist den Radikalen einen Dienst.

Umso überraschender ist es, daß ausgerechnet aus Seehofers Schwesterpartei, der CDU, die baden-württembergische Politikerin Birgül Akpina fordert, daß der deutsche Staat sein Appeasement gegenüber den Islamverbänden beendet und sie entmachtet. Akpinas Worte dürften den vielen „Islamo-gauchisten“ nicht gefallen, doch sie spricht aus, was viele nicht wahrhaben wollen oder sich nicht trauen, klar beim Namen zu nennen.

Nämlich daß Deutschland sich immer mehr zum Zentrum des Islamismus in Europa wandelt, wenn es das nicht schon längst ist. Der Einfluß der Ditib, die direkt aus Ankara gesteuert wird, reicht bis in die Schulen und Kindergärten hinein und verweigert die Anerkennung von in Deutschland mit deutschen Steuergeldern finanzierten ausgebildeten Imamen.

Falsche Toleranz kann in die „Unterwerfung“ führen

Wem das noch immer nicht Beweis genug ist, der braucht seinen Blick nur an die Außenalster nach Hamburg zu richten, wo in bester Lage das Islamische Zentrum Hamburg (IZH), auch „blaue Moschee“ genannt, residiert und als Vorposten des iranischen Mullah-Regimes gilt. Es steht im Verdacht, in der Vergangenheit die jährlich zum Ende des Ramadans stattfindende „Al-Quds“ Demonstration mit zu organisieren, auf denen offen Antisemitismus zur Schau gestellt und „Tod Israel“ skandiert werden. Sowohl die Ditib als auch das IZH – letzteres ist sogar Mitglied im Hamburger Staatsvertrag – führen den deutschen Staat seit Jahren am Nasenring durch die Manege. Wohin ein solcher, von falscher Toleranz geleiteter „Islamo-gauchisme“ führen kann, ist in Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ geschildert.

Um Marine Le Pen vom rechtspopulistischen Rassemblement National zu verhindern, wird eine islamische Partei zur Macht verholfen. Erst einmal dort angelangt, beweist diese Partei, daß es eine Trennung von Staat und Religion im Islam nicht gibt und ersetzt die französische Verfassung peu à peu durch die Scharia. Die zunächst noch aufgeklärten Franzosen lassen das alles widerstandslos mit sich ergehen. Damit das düstere Zukunftsszenario Houellebecqs nicht zum bitteren Alltag in Europa wird, müssen die „Islamo-gauchisten“ endlich ihre Augen aufmachen.

Moslemischer Demonstrant in Hamburg Foto: picture alliance/Daniel Reinhardt/dpa

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