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Belgien: Verurteilter islamistischer Terrorist erhält Hafturlaub

Belgien: Verurteilter islamistischer Terrorist erhält Hafturlaub

Belgien: Verurteilter islamistischer Terrorist erhält Hafturlaub

Das Bild zeigt eine Trauerkundgebung am zehnten Jahrestag des Bataclan-Massakers. Ein verurteilter Terrorist erhält nun Hafturlaub.
Das Bild zeigt eine Trauerkundgebung am zehnten Jahrestag des Bataclan-Massakers. Ein verurteilter Terrorist erhält nun Hafturlaub.
Eine Trauerveranstaltung am zehnten Jahrestag des Bataclan-Massakers: Verurteilter Terrorist erhält Hafturlaub. Foto: picture alliance / NurPhoto | Jerome Gilles
Belgien
 

Verurteilter islamistischer Terrorist erhält Hafturlaub

Ein wegen seiner Beteiligung am Bataclan-Anschlag verurteilter Terrorist bekommt von einem belgischen Gericht Hafturlaub gewährt. Die Staatsanwaltschaft hatte sich ausdrücklich dagegen ausgesprochen.
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BRÜSSEL. Ein Brüsseler Strafvollstreckungsgericht hat Mohamed Bakkali, einem der Terroristen der Anschläge von Paris aus dem Jahr 2015, Hafturlaub gewährt. Bakkali darf nun insgesamt sechsmal für bis zu 36 Stunden sein Gefängnis verlassen, wie das Belgische Medium „La Libre“ berichtet. Die Justiz begründet diese Entscheidung mit der guten Führung Bakkalis, die Staatsanwaltschaft hatte sich explizit dagegen ausgesprochen. Laut „La Libre“ soll diese nicht die Möglichkeit erhalten haben, gegen den Hafturlaub Bakkalis in Berufung zu gehen.

Bereits seit Juli vergangenen Jahres hatte der Terrorist insgesamt fünf Freigänge bewilligt bekommen.

Terrorist profitiert von sanftmütiger belgischer Justiz

Bakkali war im Juni 2022 zu einer Höchststrafe von 30 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er unter anderem bei dem Anschlag auf den Pariser Konzertsaal Bataclan beteiligt gewesen war. Alleine im Bataclan waren im November 2015 89 Menschen von islamistischen Terroristen getötet worden, weitere 32 Personen starben an diesem Tag bei dezentralen Anschlägen in der französischen Hauptstadt. Die JUNGE FREIHEIT hatte in der Vergangenheit mit einem Augenzeugen der Pariser Terrornacht gesprochen. Bakkali hatte die Gewalttaten mitgeplant und späteren Attentätern Unterkünfte in Belgien vermittelt.

Bereits zuvor war er für seine Beteiligung an einem vereitelten Anschlag auf eine Bahn zu 25 Jahren Haft verurteilt worden.

Nach seiner Verurteilung in Frankreich wurde Bakkali nach Belgien überstellt, weil er dort verhaftet wurde und auch die belgische Staatsangehörigkeit besitzt. Für den Verurteilten hat das den Vorteil, dass in Belgien bereits nach einem Drittel der Haftzeit ein Hafturlaub beantragt werden kann, in Frankreich ist das erst nach zwei Dritteln möglich. Bakkali soll voraussichtlich 2040 aus der Haft entlassen werden.

Abgeordnete hält Entscheidung für „schwer nachvollziehbar“

Seine Entlassung ist für 2040 vorgesehen.

Die Abgeordnete der belgischen Rechtspartei N-VA, Sophie De Wit, reagierte empört auf die Entscheidung des Brüsselers Gerichts. Diese sei „schwer nachvollziehbar“, sagte sie gegenüber der Nachrichtenplattform „Brussels Signal“. Die 52jährige betonte: „Wenn die Staatsanwaltschaft selbst eine negative Empfehlung ausspricht, sollten bei uns alle Alarmglocken schrillen.“ (st)

Eine Trauerveranstaltung am zehnten Jahrestag des Bataclan-Massakers: Verurteilter Terrorist erhält Hafturlaub. Foto: picture alliance / NurPhoto | Jerome Gilles
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