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Frankfurter Rundschau
 

Frankfurter Rundschau: Ein Fall für Roger Köppel

Mit der Frankfurter Rundschau geht eine die Nachkriegszeit prägende Tageszeitung pleite. Die Meldung über den Insolvenzantrag des linken Frankfurter Blattes konnte aber nur überraschen, wer das Siechtum der Zeitung über die letzten Jahre nicht mitbekommen hatte.

Seit Beginn der die ganze Branche erfassenden Zeitungskrise 2002 hatte sich besonders die Frankfurter Rundschau in einem Abwärtsstrudel befunden. In mehreren Anläufen war dann versucht worden, die FR „neu zu erfinden“.

Demütigend und ein Menetekel für die Redaktion war 2003 die Annahme einer Landesbürgschaft vom CDU-regierten Hessen durch den FR-Verlag, um das Überleben des Blattes zu sichern. Im Anschluß übernahm die SPD-Holding DDVG den strauchelnden Verlag, die 2006 schließlich die Hälfte der Gesellschaftsanteile an den linkslastigen Kölner Verlag M. DuMont Schauberg (Kölner Stadtanzeiger, Berliner Zeitung, Generalanzeiger, Hamburger Morgenpost) weiterreichte.

Zwei Ertrinkende klammern sich aneinander

2007 glaubte die FR einen Befreiungsschlag zu landen, als sie als eines der ersten überregionalen Blätter ihr Format radikal verkleinerte und seitdem im „magazinigen“ Tabloid-Format erschien. Ein Modetrend, der sich als Schmarrn entpuppte.

Diese Revolution wurde von vielen Stammlesern nicht angenommen, die Aboauflage brach noch beschleunigt ein. In der Folge wurde dann glücklos versucht, durch die Verschmelzung des überregionalen Teils mit der ebenfalls gegen einen Auflagenschwund kämpfenden Berliner Zeitung Kosten zu senken und „Synergien“ zu gewinnen. Seit 2008 werden beide Blätter von einer gemeinsamen Chefredaktion geführt. All dies konnte den Abwärtstrend nicht stoppen. Hier klammern sich zwei Ertrinkende aneinander.

Marktbeobachter sehen das Ende der FR nur als Auftakt zu einer neuen Welle des Zeitungssterbens. Gerade wird die drohende Einstellung der seit ihrer Gründung im Jahr 2000 ununterbrochen defizitären Financial Times Deutschland erwogen. Gruner + Jahr soll mit dieser verlegerischen Schnapsidee insgesamt 250 Millionen Euro versenkt haben.

Altgewordene, arrogante Gouvernanten des Printjournalismus

Alles auf den Vormarsch des Internets zu schieben, greift zu kurz. Letztlich erleben wir den Niedergang von Zeitungen, die an den Lesern vorbeiproduziert werden. Die Bürger haben es in Zeiten eines permanenten Zugangs zu einem pluralistischen Internet satt, sich von altgewordenen, arroganten Gouvernanten des Printjournalismus täglich über die vermeintlich richtige Gesinnung belehren zu lassen.

Die rot-grüne Frankfurter Rundschau ist Musterbeispiel dieses parteiischen, linken Journalismus, dessen proklamierte „Unabhängigkeit“ eine Farce ist. Die einzige Möglichkeit, die FR noch zu retten, wäre die Übernahme durch einen „Troubleshooter“ wie Roger Köppel. Ihm ist es schon einmal erfolgreich gelungen, mit der Weltwoche aus einem angeschlagenen, langweiligen linken Blatt eine spannende und zudem florierende Zeitschrift zu machen.

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