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Kommentar
 

Frankfurter Rundschau steht vor dem Aus

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Druck- und Onlineausgabe der Frankfurter Rundschau: Die überregionale Tageszeitung ist pleite Foto: JF

FRANKFURT/MAIN. Die Frankfurter Rundschau steht vor ihrem Ende. Die linke Tageszeitung meldete am Dienstag Insolvenz an, berichtet Spiegel Online. Ein Sprecher des zuständigen Amtsgerichtes bestätigte die Maßnahme des Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH, das die Zeitung herausgibt. Die Geschäftsführung bleibt zwar vorläufig im Amt, darf ohne Zustimmung des bereits eingesetzten Insolvenzverwalters jedoch keine Ausgaben mehr tätigen.

Die Frankfurter Rundschau schreibt bereits seit Jahren Verluste. Auch ein Einstieg der SPD-eigenen „Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft“ sowie der Verlagsgruppe DuMont Schauberg konnten die Pleite, 2011 soll ein Minus vor 20 Millionen Euro erwirtschaftet worden sein, nicht verhindern. Seit Anfang 2004 hat die Zeitung 42 Prozent ihrer Abonnenten und 34 Prozent im Gesamtverkauf eingebüßt. Im dritten Quartal 2012 lag die verkaufte Auflage nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern bei etwa 118.000 Exemplaren.

Seit 2011 wurde der überregionale Mantelteil zusammen mit der Berliner Zeitung in der Hauptstadt erstellt. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, die Frankfurter Rundschau stelle ihre Druckausgabe ein und konzentriere sich auf das Online-Geschäft. Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, Michael Konken, bedauerte die Pleite: „Die Journalistinnen und Journalisten der FR brauchen eine berufliche Perspektive.“ Die Insolvenz der Zeitung sei die Folge von jahrzehntelangem Mißmanagement, betonte Konken. „Das Aus der renommierten Zeitung ist besonders bitter für die Beschäftigten, die über Jahre hinweg mit Einkommensverzicht für den Erhalt ihrer Zeitung gekämpft haben.“ Für die Rundschau arbeiten derzeit noch 130 festangestellte Redakteure. (ho)

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