Frau K., Sie haben sich ausdrücklich gewünscht, dass der Mann, der Ihre Tochter getötet hat, verurteilt wird. Nun wurde er freigesprochen und soll in eine Psychiatrie eingewiesen werden. Wie fühlen Sie sich jetzt?
Alisa K.: Wie soll ich mich da nur fühlen? Ich fühle mich schrecklich. Jetzt kommt er in eine psychiatrische Klinik. Ich wollte, dass der Mörder meiner Tochter ins Gefängnis kommt. Es sollte eine Haftstrafe ohne jegliche Möglichkeit sein, jemals wieder freizukommen. Aber für meine Tochter habe ich mich zusammengerissen. Gestern stand ich noch unter Schock, heute habe ich mich gefasst, mich zusammengenommen und bin bereit, zu kämpfen.
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„Gerechtigkeit, nicht nur für meine Liana“
Bedeutet dieser Kampf, das Urteil anzufechten?
K.: Ja, ich beabsichtige, Berufung einzulegen. Ich bin mit dem Gerichtsbeschluss nicht einverstanden. Falls nötig, bin ich bereit, den Europäischen Gerichtshof und jede andere Instanz anzurufen, um Gerechtigkeit nicht nur für meine Liana, sondern auch für alle anderen Opfer zu erreichen, deren Täter bislang ungestraft geblieben sind.
Leider werden jedoch alle Gerichtskosten des Täters übernommen, während wir – ich meine uns als Betroffene, als Opfer – das alles auf unsere Kosten tragen müssen. Dafür haben wir nicht das nötige Geld und sind deshalb gezwungen, die Gerichtskosten erneut bei normalen Bürgern und beim Volk zu erbitten. Deshalb wären wir für jede Hilfe sehr dankbar.

„Ich glaube nicht mehr an die deutsche Justiz“
Glauben Sie denn überhaupt noch an den deutschen Rechtsstaat?
K.: Nein, ich glaube nicht mehr an die deutsche Justiz. Hier bestraft man Menschen streng fürs Falschparken oder falsche Müllentsorgung, aber Mörder schickt man in psychiatrische Kliniken, damit sie sich dort auf Kosten normaler, ehrlicher Bürger, die brav ihre Steuern zahlen, erholen können.
Wenn Sie all das vorher gewusst hätten, wären Sie lieber in der Ukraine geblieben?
K.: Die Situation ist mittlerweile so, dass ich hier Angst um meine anderen Kinder habe, wenn sie ohne mich irgendwohin gehen. Ich möchte der Regierung sagen: Öffnet endlich eure Augen und überdenkt eure Prioritäten! Denn mit dieser Haltung zerstört ihr euer eigenes Land! Wir müssen unsere Kinder endlich schützen und für sie eine sichere Welt schaffen.

Haben Sie Hoffnung, dass sich daran etwas ändert?
K.: Natürlich habe ich die Hoffnung, dass man mich doch noch hört und die Regierung ihre schrecklichen Fehler korrigiert, damit so etwas nie wieder jemandem widerfährt.
Wenn Sie Lianas Mutter im Prozess unterstützen möchten, können Sie das hier tun:
Alisa Kassai
IBAN: DE47 5226 0385 0002 0586 34
BIC: GENODEF1ESW
Betreff: Gerechtigkeit für Liana


