ERFURT. Die Diskussion um das gemeinsame Foto von Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahlen, Ulrich Siegmund, und dem CDU-Landtagsfraktionschef aus dem Bundesland, Guido Heuer, geht weiter. Bei einer Veranstaltung in Halberstadt, wo beide an einer Podiumsdiskussion teilnahmen, entstand ein Bild, das Siegmund und Heuer freundschaftlich-scherzend zeigt (JF berichtete). CDU-Mann Heuer, der dort auch den politischen Umgang mit der AfD kritisiert hatte, sagte nun gegenüber dem Journalisten Robin Alexander, das Bild sei entstanden, „weil es nur zwei Mikrophone gab und ich bei einer Falschaussage von Herrn Siegmund intervenieren musste. Ich habe Herrn Siegmund das Mikrofon aus der Hand genommen, und dabei ist diese unglückliche Aufnahme entstanden“, sagte Heuer mit Blick auf das Foto.
Der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt scheint gelaufen. Die Brandmauer wird weggelacht. pic.twitter.com/iHZmSnVhVg
— Dieter Stein (@Dieter_Stein) June 12, 2026
Es habe sich dabei um „keine Kumpelei, sondern politische Konfrontation“ gehandelt.
Das Foto, das von der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung veröffentlicht worden war, zeigt allerdings, dass zwei Mikrophone zur Verfügung standen – eines für jeden Gesprächsteilnehmer. Möglich ist, dass ein Mikrophon nicht funktionierte und Heuer tatsächlich das von Siegmund benutzen musste.

Nach der Veröffentlichung des Fotos war es zu Spekulationen gekommen, ob die Brandmauer zur AfD in Sachsen-Anhalt wackle. Siegmund selbst sagte gegenüber der JUNGEN FREIHEIT, das sei „überhaupt nicht“ der Fall. „Die CDU steht in Sachsen-Anhalt fest an der Seite von Merz und zur Brandmauer. Die Erfahrungen der letzten Jahre sind eindeutig“, betonte der AfD-Politiker.
Heuer will „abgrenzen, aber nicht ausgrenzen“
Die Veranstaltung war vom sachsen-anhaltinischen Landesverband des Liberalen Mittelstandes organisiert worden. Aufgrund der Einladung des AfD-Politikers Siegmund, hatte die Bundesvorsitzende des Verbandes, Angelika Hießerich-Peter, sich bereits im Vorfeld scharf von dem Treffen distanziert. Stattgefunden hat es dennoch: An der Podiumsdiskussion nahmen Vertreter von CDU, AfD, Linkspartei, Grünen und BSW teil.
Heuer sagte dort, ihm habe der Begriff Brandmauer „noch nie gefallen. Solange ich im Landtag sitze“.
Aus dem Publikum folgte nach Angaben der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung Widerspruch, woraufhin Heuer gesagt haben soll, seine Landes-CDU pflege schon seit Längerem gegenüber der AfD eine Politik von „abgrenzen, aber nicht ausgrenzen“. Eine Koalition mit der Rechtspartei schloss er hingegen – genauso wie mit der Linkspartei – entschieden aus. (st)






