HALBERSTADT. Der Chef der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Guido Heuer, hat den politischen Umgang mit der AfD scharf kritisiert. Bei einer Wirtschaftsveranstaltung in Halberstadt, sagte er: „Mir hat das Wort, dass wir eine Brandmauer brauchen, noch nie gefallen. Solange ich im Landtag sitze“, wie die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet.
Aus dem Publikum folgte nach Angaben der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung Widerspruch, woraufhin Heuer gesagt haben soll, seine Landes-CDU pflege schon seit Längerem gegenüber der AfD eine Politik von „abgrenzen, aber nicht ausgrenzen“. Eine Koalition mit der Rechtspartei schloss er hingegen – genauso wie mit der Linkspartei – entschieden aus.
Ein Foto, das der Zeitung vorliegt, zeigt den AfD-Ministerpräsidentenkandidaten für das Bundesland, Ulrich Siegmund, freundschaftlich-scherzend mit dem CDU-Fraktionschef Heuer.
Verbands-Chefin empört über Einladung für die AfD
Die Veranstaltung, bei der Heuer sprach, hatte der Landesverband des Liberalen Mittelstandes von Sachsen-Anhalt organisiert. Aufgrund der Einladung des AfD-Politikers Ulrich Siegmund, hatte sich die Bundesvorsitzende des Verbandes, Angelika Hießerich-Peter, bereits im Vorfeld scharf von dem Treffen distanziert. Stattgefunden hat es dennoch: An der Podiumsdiskussion nahmen Vertreter von CDU, AfD, Linkspartei, Grünen und BSW teil.
In Sachsen-Anhalt wird im September ein neuer Landtag gewählt. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa liegt die AfD um Spitzenkandidat Siegmund dort mit 42 Prozent deutlich vor der zweitplatzierten CDU, die auf 24 Prozent kommt. (st)






