BERLIN. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angekündigt, sich während seines dreitägigen Besuchs in Schwerin auch über den Zustand des an der Ostsee gestrandeten Wals „Timmy“ zu informieren (JF berichtete). Am kommenden Donnerstag will er sich dazu mit Experten im Ozeaneum austauschen, teilte das Bundespräsidialamt am Montag mit.
Die am Dienstag beginnende Visite Steinmeiers in der Hauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern war bereits seit Wochen geplant. Dabei handelt es sich um einen Teil der Veranstaltungsreihe „Ortszeit Deutschland“, bei der der Bundespräsident nach eigenen Angaben Regionen „abseits der Metropolen“ besuche, um dort mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Dafür habe er Orte gewählt, die „gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel“ gestaltet hätten und „weniger im Scheinwerferlicht der bundesweiten Öffentlichkeit“ stünden.
Der Besuch im Ozeaneum soll mit einer Ordensverleihung an „engagierte Bürgerinnen und Bürger“ aus dem Bundesland enden. Der Ort ist zudem Teil der Stiftung Deutsches Meeresmuseum, deren Experten ein Gutachten zum Zustand des Buckelwals erstellt hatten.
Nach dem Tod soll der Ostsee-Wal obduziert werden
Zunächst war dieser am 3. März im Wismarer Hafen gesichtet worden, als er sich kurzzeitig in einem Netz verfangen hatte. Die Feuerwehr und die Wasserschutzpolizei konnten Teile davon entfernen. Knapp drei Wochen später strandete das Tier allerdings erneut, diesmal vor dem Timmendorfer Strand. Nach diesem gaben Medien wie die Bild-Zeitung dem Tier den Spitznamen „Timmy“. Der niedrige Wasserstand ließ ein Weiterschwimmen nicht zu, weshalb eine Rinne gegraben wurde. Seit 13 Tagen befindet sich das Tier vor der Insel Poel nahe der Wismarer Bucht und sorgt für mediale Aufmerksamkeit.
Es gab einen Rettungsversuch am vergangenen Wochenende, eine erkennbare Wirkung blieb aber nach Angaben des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern aus. Mehr als eine Woche zuvor waren die Rettungsaktionen eingestellt worden, da das zunehmend geschwächte Tier kaum noch auf die Hilfe der Menschen reagiert hatte. Seine Haut ist inzwischen verpilzt, auch seine Atmung wird zunehmend schwächer. Experten räumen „Timmy“ geringe Überlebenschancen ein.
Nach seinem Tod soll der Buckelwal obduziert werden, um die Gründe für seinen Weg festzustellen. Experten der Meeresschutzorganisation „Sea Shepherd“ zufolge soll er einem Heringsschwarm über die Nordsee gefolgt sein. Wale treten grundsätzlich selten in der Ostsee auf. Die meisten Arten können aufgrund des niedrigen Salzgehaltes im Wasser, der die Haut und den Stoffwechsel belastet, dort nicht dauerhaft überleben. (kuk)






