BERLIN. Die Bundesregierung hat einen Wettbewerb für die Gestaltung eines „Denkmals zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland“ gestartet. Bis zum 22. April können sich Künstler, Architekten und Landschaftsarchitekten – „vorzugsweise in interdisziplinären Teams“ – bewerben.
Das Denkmal soll im Spreebogenpark nahe des Kanzleramts entstehen und an alle Opfer des SED-Regimes erinnern. Ganze fünf Millionen Euro stellt der Bund für das Projekt zur Verfügung. Welcher Entwurf am Ende umgesetzt wird, soll im November entschieden werden. Bis 2028 soll der Bau anschließend fertig sein.
Beschlossen worden war das Projekt 2019. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) betonte 2024, man sei den „Opfern von Diktatur und Unterdrückung“ ein solches Denkmal schuldig. „Wir müssen uns erinnern und dürfen niemals vergessen.“
Tausende Opfer durch SED und Sowjets
In den Jahren 1949 bis 1989 wurden nach Schätzungen zwischen 300 bis 600 Menschen von Beamten der DDR beim Versuch ermordet, die DDR in Richtung Westdeutschland zu verlassen. Ebenfalls wird vermutet, dass die Stasi eine unbekannte Anzahl DDR-Bürger ermordete und die Taten dabei als Suizide tarnte – etwa im Fall des 1980 erschossenen Finanzministers Siegfried Böhm.
Bis in die frühen 50er Jahre betrieb die Sowjetische Militäradministration zudem mehrere Gefangenenlager auf dem Gebiet der DDR, etwa das „Gelbe Elend“ in Bautzen (Lesen Sie hier ein JF-Geschichtsstück) oder die „Zentrale Untersuchungshaftanstalt“ in Berlin-Hohenschönhausen. In diesen Lagern starben Tausende Menschen. (lb)





