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Intensivstation
Ein Covid-Patient wird auf einer Intensivstation mit einer Maske beatmet Foto picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner

Belegung von Intensivbetten
 

Intensivmediziner warnt vor Alarmismus der Regierung

BERLIN. Der Intensivmediziner der Lungenklinik Bethanien in Moers, Thomas Hermann Voshaar, hat vor Panikmache im Kampf gegen Corona gewarnt. „Wir sind und waren zu keiner Zeit am Rande unserer Kapazitäten“, sagte er am Mittwoch gegenüber der Bild.

Der Alarmismus der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sei unverantwortlich und unverhältnismäßig. Nicht mal ein Viertel der 22.000 Intensivbetten in Deutschland sei mit Covid-19-Patienten belegt, untermauerte Voshaar seine Kritik.

Mit Blick auf die an diesem Mittwoch stattfindende Abstimmung im Bundestag zur geplanten Änderung des Infektionsschutzgesetzes forderte er, von neuen Lockdown-Plänen abzusehen. Sie würden nichts bringen genausowenig wie Ausgangssperren. „Wissenschaftlich ist ein Nutzen nicht belegt.“

Lage auf Intensivstaionen als Grundlage für Maßnahmen

Der Infektiologe am Klinikum rechts der Isar in München, Christoph Spinner, sagte dem Blatt, das Problem starker Auslastung sei nicht neu. „Die Belegung auf unseren Intensivstationen war auch schon vor Covid-19 angespannt.“

Dagegen bewertete der Leiter der Klinik für Intensivmedizin und Notfallmedizin des Klinikums Bremen Mitte, Rolf Dembinski, die Warnungen als angemessen. Schärfere Maßnahmen, wie sie jetzt geplant seien, halte er aber nur für sinnvoll, wenn sie von den Bürgern auch akzeptiert würden. Der Mediziner sieht die Lösung in den Impfungen.

Zu dem Streit über die Lage auf den Intensivstationen hatte sich auch der Virologe Klaus Stöhr zu Wort gemeldet. Er plädiere dafür, die tatsächliche Situation auf den Intensivstationen von einem Expertengremium einschätzen zu lassen, statt sich auf die Alarmrufe einzelner Mediziner zu verlassen.

Stöhr hatte in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem Virologen Detlev Krüger dazu aufgerufen, die von der Politik geplanten härteren Corona-Maßnahmen zu überdenken und sich vor allem nicht nur auf die 7-Tage-Inzidenz zu versteifen. Stattdessen würde sich laut Einschätzung der beiden Experten die tägliche Anzahl COVID-bedingter intensivstationärer Neuaufnahmen besser als Parameter eignen. (hl)

Ein Covid-Patient wird auf einer Intensivstation mit einer Maske beatmet Foto picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner
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