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Elektroauto: Dieser babyblaue Stromer ist der neue Ferrari

Elektroauto: Dieser babyblaue Stromer ist der neue Ferrari

Elektroauto: Dieser babyblaue Stromer ist der neue Ferrari

Ferrari setzt auf neue Farben. Foto: Ferrari
Ferrari setzt auf neue Farben. Foto: Ferrari
Ferrari setzt auf neue Farben. Foto: Ferrari
Elektroauto
 

Dieser babyblaue Stromer ist der neue Ferrari

Ferrari zeigt in Rom seinen ersten Elektro-Sportwagen. Der „Luce“ soll mit 1050 PS, fünf Sitzen und einem Preis ab 550.000 Euro beweisen, dass ein Ferrari auch ohne Verbrenner ein Ferrari bleibt.
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ROM. Ferrari hat in Rom sein erstes vollelektrisches Serienmodell vorgestellt. Der „Luce“ soll mit vier Elektromotoren, 1050 PS und einem Einstiegspreis von mindestens 550.000 Euro den Sportwagen in die Ära des Elektroantriebs führen. Für die Marke ist das Modell mehr als ein neues Auto: Es ist der Versuch, den Mythos Ferrari ohne röhrenden Verbrennungsmotor zu bewahren.

Bei der Präsentation setzte der italienische Hersteller auf große Inszenierung. Vor dem römischen Nachthimmel liefen Lichtshow, Nebel und historische Ferrari-Aufnahmen über bühnenfüllende Bildschirme. Ferrari-Präsident John Elkann erklärte, Ferraris seien nie über ihren Antrieb definiert worden, sondern über die Gefühle, die sie auslösten: Nervenkitzel, Klang und Staunen.

Der „Luce“ wurde nach Unternehmensangaben fünf Jahre lang entwickelt. Ferrari hatte zuvor einzelne Bauteile und das Cockpit gezeigt, das Gesamtmodell aber bis zur Präsentation geheimgehalten. Das Design ist von einem sogenannten „Glass House“ geprägt, einer schalenartigen Form, die sich weit über die Karosserie zieht. Zugleich ist der „Luce“ Ferraris erstes Modell mit fünf Sitzen, besitzt 23-Zoll-Räder vorn und 24-Zoll-Räder hinten sowie einen Kofferraum mit 600 Litern Volumen.

Der Luce ist Ferraris erster Fünfsitzer. Foto: Ferrari.
Der Luce ist Ferraris erster Fünfsitzer. Foto: Ferrari.

Der Ferrari soll nicht wie ein Verbrenner klingen

Technisch setzt Ferrari auf vier Elektromotoren, je einen pro Rad. Zusammen leisten sie 1050 PS. Der Wagen soll in 2,5 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen und nach 6,8 Sekunden Tempo 200 erreichen. Die Reichweite gibt Ferrari mit mehr als 530 Kilometern an. Die Batterie hat eine Kapazität von 122 Kilowattstunden und soll mit bis zu 350 Kilowatt geladen werden können. 70 Kilowattstunden sollen laut Hersteller in 20 Minuten nachgeladen werden.

Für das Cockpit holte Ferrari prominente Hilfe. Es wurde vom früheren Apple-Chefdesigner Jony Ive und Marc Newson mitgestaltet. Ferrari setzt darin nicht nur auf digitale Anzeigen, sondern auch auf klassische Bedienelemente. Schaltwippen hinter dem Lenkrad sollen ein manuelles Getriebe nachahmen und damit ein vertrautes Sportwagengefühl erzeugen.

Die heikelste Frage bleibt der Klang. Ferrari verzichtet darauf, einen klassischen Verbrennungsmotor künstlich zu imitieren. Statt dessen soll der „Luce“ den Sound seines Elektromotors hörbar machen. Auf Wunsch des Fahrers kann das Geräusch des Antriebsstrangs nach Ferrari-Angaben in den Innen- und Außenraum übertragen werden.

E-Auto-Boom ist abgeflaut

Gerade daran dürfte sich die Debatte entzünden. Für manche ist der „Luce“ der Beweis, dass auch ein elektrischer Ferrari ein echter Ferrari sein kann. Für andere bleibt ein Ferrari ohne Verbrennungsmotor nur ein besonders teurer Elektro-Sportwagen. Das Marktumfeld ist für Ferrari dabei schwieriger geworden. Die Euphorie um Elektroautos ist abgeflaut, besonders im Premiumsegment bleibt die Nachfrage hinter früheren Erwartungen zurück.

Auch andere Sportwagenhersteller haben ihre Elektropläne gebremst oder verschoben. Lamborghini strich den geplanten Elektrowagen Lanzador wegen mangelnder Nachfrage. Porsche kämpft mit schwächeren Taycan-Verkäufen, Aston Martin verschob seine Elektrostrategie mehrfach.

Ferrari selbst hat seine Pläne bereits angepasst. Ursprünglich sollten bis 2030 jeweils 40 Prozent der verkauften Modelle vollelektrisch oder Plug-in-Hybride sein, während Verbrenner nur noch 20 Prozent ausmachen sollten. Nun plant Ferrari mit 40 Prozent Verbrennern, 40 Prozent Plug-in-Hybriden und 20 Prozent reinen Elektromodellen.

Der Konzern hält dennoch an der elektrischen Linie fest. Elektroautos sollen neben Hybridmodellen sowie V8- und V12-Fahrzeugen zur dritten Säule werden. Ferrari-Vermarktungschef Enrico Galliera sagte bei der Präsentation, der „Luce“ passe „zu 100 Prozent“ zur Produktstrategie des Unternehmens. Es handle sich „nicht einfach nur um ein weiteres Elektroauto, sondern um einen echten Ferrari“.

Analyst Stephen Reitman von der Investmentbank Bernstein erwartet keine hohen Stückzahlen, rechnet aber dennoch mit solider Nachfrage. Entscheidend sei weniger der breite Elektroautomarkt als Ferraris Fähigkeit, Exklusivität und Markenstärke in das Elektrozeitalter zu übertragen. Ferrari produzierte zuletzt deutlich weniger Fahrzeuge als Massenhersteller im Premiumsegment. Genau diese künstliche Knappheit dürfte dem „Luce“ helfen: Für Sammler und besonders markentreue Kunden könnte der erste Elektro-Ferrari schon deshalb begehrt sein, weil er selten bleibt. (rr)

Ferrari setzt auf neue Farben. Foto: Ferrari
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