WASHINGTON/BERLIN. US-Präsident Donald Trump hat einen möglichen Truppenabzug aus Deutschland ins Spiel gebracht. Das Pentagon prüfe derzeit, die Stationierung von knapp 40.000 US-Soldaten rückgängig zu machen, erklärte Trump in einem Beitrag auf Truth Social. Hintergrund ist ein offener Konflikt mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) über den Kurs im Iran-Krieg (die JF berichtete).
Deutschland ist mit rund 38.000 Soldaten der größte US-Militärstandort in Europa und beherbergt zentrale Kommandostrukturen. Ein Abzug hätte daher erhebliche militärische und politische Folgen.
Merz hatte den US-Kurs im Iran-Krieg als „nicht überzeugend“ bezeichnet und von einer „Demütigung“ gesprochen. Trump reagierte umgehend und warf dem Kanzler vor, eine nuklear bewaffnete Islamische Republik zu tolerieren. Dabei galt Deutschland zuletzt als Nato-Vorzeigepartner. Die Bundesregierung plant, die Verteidigungsausgaben bis 2030 auf 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Ein Punkt, den Trump lange eingefordert hatte.

Trump wollte früher US-Truppen abziehen
Ein kurzfristiger Abzug gilt als schwer umsetzbar. Militärisch fehlen in Europa vergleichbare Standorte, politisch müsste der Kongress eingebunden werden. Zudem sind weitere Projekte geplant, etwa die Stationierung weitreichender Marschflugkörper in Deutschland.
Schon 2020 hatte Trump den Abzug von 12.000 Soldaten angeordnet. Das Vorhaben scheiterte jedoch am Widerstand im Kongress und wurde unter seinem Nachfolger gestoppt. Die neue Drohung zeigt nun erneut, wie brüchig das Verhältnis zwischen Washington und Berlin geworden ist. (rr)






