BERLIN. Der ADAC hat kritisiert, dass die Steuersenkung von 16,7 Cent nicht komplett bei den Autofahrern ankomme. Um diesen Wert hatte die Bundesregierung die Abgaben vorübergehend ab dem 1. Mai für zwei Monate reduziert (die JF berichtete).
Nach Beobachtungen des Automobilclubs lagen die bundesweiten Tagesdurchschnittspreise am Sonnabend pro Liter mit 2,003 Euro bei Super E10 um 12,3 Cent unter dem Durchschnittspreis vom 30. April. Beim Diesel sank dieser um 12,2 Cent auf 2,093 Euro.
Am Sonntag allerdings riefen zumindest in Berlin-Brandenburg die meisten Tankstellen wieder die Spritpreise von Ende April auf. Die Steuerentlastung scheint inzwischen fast vollständig zu verpuffen.
ADAC: Spritpreise gehen in die falsche Richtung
Dies sei laut ADAC umso unverständlicher, da neben der Steuersenkung auch die Rohölpreise niedriger seien als Ende April. „Damit geht die Entwicklung erneut in eine falsche Richtung“, sagte eine Sprecherin des Clubs.
Die Zahlen, auf die sich der ADAC bezieht, sind bundesweite Durchschnittswerte. In einige Bundesländern und an einzelnen Tankstellen können die Kraftstoffpreise davon deutlich abweichen.

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, betonte, seine Behörde werde die Entwicklung bei den Spritpreisen genau überwachen. Autofahrer sollten die zum Teil erheblichen Preisunterschiede nutzen. Apps zum Preisvergleich würden den Weg zur preiswerten Tankstelle weisen.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte die Mineralöl-Konzerne dazu aufgefordert, die Steuersenkung vollständig an die Verbraucher weiterzugeben. Doch dies geschieht zumindest in den ersten Tagen bisher nicht. (fh)





