BERLIN. Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, hat staatliche Rabatte für Flugreisen in den Sommerferien abgelehnt und Verbraucher aufgefordert, bei steigenden Energiepreisen ihre Urlaubspläne zu ändern. Angesichts knapper und teurer werdenden Kerosins warnte die Ökonomin vor einer neuen Subventionsdebatte.
„Ich sehe schon mit Beginn der Sommerferien die nächste Rabatt-Diskussion aufziehen, schließlich wird Kerosin knapper und teurer“, sagte Schnitzer der Augsburger Allgemeinen.
Wenn es nicht mehr genug Kerosin gebe, könne eben nicht mehr so viel geflogen werden. Dann müssten Urlaubspläne geändert werden. „Aber man kann, auch ohne zu fliegen, einen schönen Urlaub machen“, erklärte sie. Schnitzer sprach sich ausdrücklich dagegen aus, Sommerurlaube mit neuen Schulden zu stützen. „Wir können nicht den Sommerurlaub durch Schulden auf Kosten unserer Kinder subventionieren“, sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Auch den bereits beschlossenen Tankrabatt kritisierte Schnitzer scharf. Sie bezeichnete ihn als großen und sozial ungerechten Fehler. Wohlhabendere Menschen mit großen Autos und hohem Benzinverbrauch profitierten überproportional von der Senkung der Mineralölsteuer. Staatliche Hilfe solle stattdessen gezielt an Bedürftige fließen.
Nicht nur beim Fliegen sollen Deutsche sparen
Zugleich verteidigte die Ökonomin hohe Preise als notwendiges Signal für Knappheit. „Die Menschen sollten dieses Preissignal deshalb spüren und ihren Verbrauch einschränken“, sagte Schnitzer. Als mögliche Maßnahmen nannte sie ein Tempolimit oder autofreie Sonntage nach dem Vorbild der Ölkrise von 1973.
Darüber hinaus warnte Schnitzer vor wirtschaftlichen Folgen einer Blockade der Straße von Hormus. Steigende Transportkosten könnten die Inflation weiter antreiben. Auch Lebensmittel könnten teurer werden, weil Kunstdünger betroffen sei, der normalerweise durch die Meerenge transportiert werde. Sollten höhere Preise in den kommenden Tarifrunden zu steigenden Löhnen führen, müsse die Europäische Zentralbank nach Einschätzung Schnitzers die Zinsen erhöhen. (rr)







