BERLIN. Die Bundesregierung rechnet im Frühjahr mit einem Rückschlag für die deutsche Konjunktur. „Aktuelle Indikatoren deuten auf einen deutlichen Dämpfer im zweiten Quartal hin“, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums. Die von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) geführte Behörde erwartet, dass in den kommenden Monaten eine hohe Instabilität auf den Energie-, Rohstoff- und Finanzmärkten zu beobachten sei. „Die weitere wirtschaftliche Entwicklung hängt davon ab, wie lange der Konflikt im Nahen Osten andauert und Handelswege sowie Produktionskapazitäten beeinträchtigt bleiben“, heißt es in dem Bericht. Doch auch nach einer Entspannung der geopolitischen Lage dürften die Folgen für die Rohstoff- und Energiepreise, sowie Unsicherheiten bei Lieferketten spürbar bleiben, befürchtet das Ministerium.
Eigentlich war die deutsche Wirtschaft verhältnismäßig stark ins laufende Jahr gestartet. Zwischen Januar und März war das Bruttoinlandsprodukt der größten Volkswirtschaft Europas um 0,3 Prozent gestiegen, verglichen mit dem Vorjahreszeitrum. Dennoch heißt es im aktuellen Bericht aus Berlin, die Industriekonjunktur sei „weiterhin schwach“. Das kleine Wachstum im ersten Quartal 2026 liege auch an Investitionen, die vor dem Ausbruch des Irankriegs getätigt wurden. Eine Fortsetzung dieses Trends im zweiten Quartal des Jahres sei aktuell jedoch nicht zu erwarten.
Regierung hält Tankrabatt für wenig zielführend
Auch das aktuelle Konsumklima gebe wenig Grund zur Hoffnung. „Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand noch einmal spürbar verschlechtert und deutet auf eine deutliche Eintrübung der Konsumentwicklung im zweiten Quartal 2026 hin“, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Vor allem die gestiegenen Energiepreise in Folge des Irankriegs minderten die Kaufkraft der Bürger.
Mit Blick auf die zum 1. Mai beschlossene Steuersenkung auf Kraftstoffe – im Volksmund „Tankrabatt“ genannt – heißt es im Bericht des Wirtschaftsministeriums, diese wirke zwar „entlastend“, jedoch sei damit zu rechnen, dass „auch in den nächsten Monaten der Energiepreisanstieg die Inflation dominieren“ werde. (st)






