Wenn Pflanzen kurz davor sind, einzugehen, mobilisieren sie ihre letzten Reserven, um ein letztes Mal zu blühen. Diese „Notblüte“ ist ein von der Evolution eingerichteter Mechanismus, um vor dem drohenden Tod noch Blüten und Samen zu bilden und damit ihre Gene weiterzugeben. Die Pflanze „hofft“ quasi auf bessere Zeiten für ihre Nachkommen, die sich dann unter besseren Bedingungen entwickeln können.
Beim Menschen ist der Effekt bei Krisen wie Hungersnot oder Krieg genau umgekehrt. Wirtschaftliche oder sicherheitspolitische Instabilität führt bei uns eher dazu, dass wir weniger oder gar keine Kinder haben wollen. In Deutschland wird dieses Phänomen besonders sichtbar. Mit der Corona-Krise, dem Krieg in der Ukraine und der hohen Inflation stiegen die Zukunftssorgen in unserer Gesellschaft derart an, dass wir nun die geringste Geburtenrate seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verzeichnen.
Es sind aber nicht allein die unsicheren Zeiten, die viele Menschen davon abhalten, Kinder in die Welt zu setzen. Auch das aus dem Gleichgewicht geratene Rollenverständnis zwischen den Geschlechtern trägt dazu bei. Und hier liegt der Hund begraben: Wenn Mann und Frau erst gar nicht zueinander finden, können sie auch keine Familie gründen.
Politisierung trennt Mann und Frau voneinander
Die Krisen der vergangenen Jahre haben unsere Gesellschaft nicht nur gespalten, sondern regelrecht filetiert. Unterschiedliche politische Meinungen, ob man zur „Refugees-Welcome“-Fraktion gehört oder bedingungslos migrationskritisch ist; der Corona-Impfstatus; ob man nun ein „Putin-Versteher“ ist oder ein „transatlantischer Ja-Sager“; ob man einen Verbrenner fährt oder sich lieber auf Straßen festklebt; ob man Fleischesser ist oder einem beim Anblick eines Steaks der vegane Sojamilch-Latte aus der Hand fällt. Der ultimative Stresstest ist heute aber die Frage, ob man links oder rechts ist.

Der Riss geht nicht nur kreuz und quer durch das Land, sondern auch mitten durch unsere Herzen und entscheidet auch bei der Partnerwahl mit. Der politische „Gender-Gap“ entfremdet Mann und Frau regelrecht voneinander. Besonders bei jungen Menschen unter 30 Jahren wird die politische Polarisierung zum schier unüberwindbaren Hemmnis. Frauen wählen tendenziell eher links-grüne und Männer eher rechts-konservative Parteien, und dies wird auch in der Beziehung zur existenziellen Gretchenfrage. Und gerade das weibliche Geschlecht ist hier auffällig oft nicht zu Kompromissen bereit.
Es liegt in der Natur der Sache, dass Frauen sich bei der Partnerwahl hinsichtlich (Versorgungs-)Sicherheit und Beständigkeit orientieren. Der potenzielle Ehemann soll die Familie nicht nur ernähren, sondern auch beschützen können. Mit der medialen und politischen Dämonisierung des rechts-konservativen Lagers wurden Millionen Männer mit einem Federstrich zum Paria gemacht. Damit fallen sie automatisch durch das Raster linker Frauen durch.
Ehe sei nur ein patriarchales Unterdrückungsinstrument
Verschärfend kommt eine großflächig angelegte linke Mobilmachung gegen das Konstrukt von Ehe und Familie hinzu. Frauen und Mädchen werden dabei gezielt ins Visier genommen. Die Entscheidung, Ehefrau und Mutter zu sein, wird dabei als Kapitulation dargestellt. Kinder sind in dieser Erzählung weder bereichernd noch sinnstiftend, sondern lästiger Ballast, der entweder die Figur ruiniert, die Karriere behindert oder eine vermeidbare CO2-Schleuder ist.
Auch die Institution Ehe wird als patriarchales Instrument diffamiert, das der Unterdrückung der Frau dient. Dass trotz der Höhen und Tiefen einer Ehe der gegenseitige Halt und gemeinsame Visionen und Ideale beide Partner emotional stärken und miteinander wachsen lassen, hat in der familienfeindlichen und antinatalistischen Propaganda freilich keinen Platz.
Die jungen Menschen, die diesen Narrativen glauben, müssen noch lernen, dass Trends kommen und gehen. Ehe, Partnerschaft und Familie überdauern alle Trends und trotzen den Stürmen der Zeit. Sei es ein Lockdown, Kriegsangst, Arbeitslosigkeit oder Krankheit: Das Versprechen „in guten wie in schlechten Zeiten“ kommt nicht von ungefähr. Und wenn sie sich letztendlich wirklich gegen Ehe und Kinder entscheiden, dann ist das nicht nur schlecht. Dann endet ihre Linie mit ihnen und damit auch ein Stück linker Irrsinn.
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In ihrer aktuellen Ausgabe widmet sich die JUNGE FREIHEIT mit einem Schwerpunkt der Frage nach dem vermeintlichen oder echten Geschlechterkampf. Wie ticken Männer und Frauen eigentlich?
Auf JF-Online sind zu dem Thema in den vergangenen Wochen und Monaten bereits einige Beiträge erschienen, die einen vertieften Einblick in das Thema ermöglichen. Hier geht es zu den Texten.






