Anzeige
Anzeige

Großbritannien: Britische Regierung will Asylbetrug durch Fake-Schwule bekämpfen

Großbritannien: Britische Regierung will Asylbetrug durch Fake-Schwule bekämpfen

Großbritannien: Britische Regierung will Asylbetrug durch Fake-Schwule bekämpfen

Die britische Innenministerin Shabana Mahmood: Für sie sei Vortäuschung sexueller Orientierung zwecks Asyl „jenseits aller Verachtung“. (Themenbild)
Die britische Innenministerin Shabana Mahmood: Für sie sei Vortäuschung sexueller Orientierung zwecks Asyl „jenseits aller Verachtung“. (Themenbild)
Die britische Innenministerin Shabana Mahmood: Für sie sei Vortäuschung sexueller Orientierung zwecks Asyl „jenseits aller Verachtung“. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Thomas Krych
Großbritannien
 

Britische Regierung will Asylbetrug durch Fake-Schwule bekämpfen

Die britische Asylindustrie hilft hunderten Migranten, sich glaubhaft als verfolgte Schwule und Lesben vor Behörden zu präsentieren. Labour-Innenministerin verspricht nun harte Konsequenzen, Nigel Farage geht das nicht weit genug.
Anzeige

LONDON. Nach einem BBC-Bericht zum Missbrauch des Asylsystems durch Vortäuschung von Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung hat der Chef von Reform UK, Nigel Farage, Strafrechtsverschärfungen gefordert. „Wir werden die Beihilfe zu einem falschen Asylantrag zu einem Straftatbestand mit ’objektiver Haftung’ machen“, schrieb der migrationskritische Politiker auf dem Kurznachrichtendienst X am Donnerstag. „Bei der Strafverfolgung müsste kein Vorsatz nachgewiesen werden, und dieses schwere Verbrechen wird mit bis zu zwei Jahren Freiheitsentzug geahndet.“

Großbritanniens Innenministerin Shabana Mahmood hatte zuvor angekündigt, verstärkt gegen den Missbrauch vorzugehen. „Schwindlerische Anwälte, die diesen begünstigen, werden mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft werden“, teilte die Labour-Politikerin auf X mit. Die Schutzmaßnahme für Schwule, Lesben und Transsexuelle auf diese Art zu missbrauchen sei „jenseits aller Verachtung“.

Laut der BBC helfen Anwälte und NGOs in Großbritannien illegalen Einwanderern, eine homosexuelle Identität vorzutäuschen. Eine Kanzlei berechne demnach bis zu 7.000 britische Pfund dafür. Die Chance, dass der Antrag abgelehnt werde, sei nach deren Angaben „sehr gering“. Laut der Sendeanstalt handele es sich bei den Bittstellern überwiegend um Migranten, deren Studenten-, Touristen- oder Arbeitsvisa abgelaufen seien.

„Sobald sie hier ist, können wir aus ihr eine Lesbe machen“

Die an diesem Verfahren Beteiligten lichten die Illegalen unter anderem bei LGBTQ-Veranstaltungen ab und vermitteln Empfehlungen der örtlichen „queeren“ Initiativen an das Innenministerium. Ein BBC-Investigativreporter gab sich während seiner Recherche als pakistanischer Illegaler aus. Eine Beraterin der Initiative „Worcester LGBT“ versprach ihm bei einem Treffen, einen Brief seines angeblichen Sexualpartners als Beweis für seine Homosexualität zu organisieren. Auch sagte sie, sie könne beim Asylantrag seiner pakistanischen Frau helfen. „Sobald sie hier ist, können wir aus ihr eine Lesbe machen.“ Nach BBC-Angaben sei die Beraterin seit 17 Jahren im Geschäft.

Der mit ihr zusammenarbeitende Gründer von „Worcester LGBT“ und Anwalt, Mazedul Hasan Shakil, distanzierte sich auf Nachfrage des Senders von ihr. Der Verein werde demnach ihr Verhalten untersuchen. Bereits vor dem Treffen mit der Beraterin habe Shakil gegenüber dem Reporter betont, er scheine „keine Gründe“ dafür zu haben, Asyl beantragen zu können. Dafür müsse man Verfolgung befürchten.

Ex-Innenministerin stellte Schwulenverfolgung als Asylgrund in Frage

Der justizpolitische Sprecher der Tories im britischen Unterhaus, Nick Timothy, bezeichnete die Ergebnisse der Recherche als ein „offenes Geheimnis“ auf X. „Viele Anwälte, die Schadensersatzklagen vertreten, und die NGOs – von denen viele aus öffentlichen Mitteln finanziert werden – machen sich zu Komplizen bei Tausenden von Straftaten. Sie alle gehören ins Gefängnis.“

Auch die Abgeordnete der regierenden Labour-Partei, Jo White, forderte Konsequenzen für die Helfer der Illegalen. „Es ist absolut unerlässlich, dass die Regierung hart gegen sie vorgeht“, sagte sie der BBC. Zudem forderte sie ein Studentenvisa-Moratorium für Antragsteller aus Pakistan. Dieses gilt bereits für Migranten aus Afghanistan, Kamerun, Myanmar und dem Sudan.

2023 hatte das britische Innenministerium nach eigenen Angaben 1.377 Asylanträge auf Basis von Verfolgung aufgrund von sexueller Orientierung geprüft, davon wurden rund zwei Drittel genehmigt. 42 Prozent der Antragsteller waren pakistanische Staatsbürger. Im selben Jahr hatte die damalige Leiterin des Ressorts, Suella Braverman, die Zahlen als „absurd und nicht aufrechtzuerhalten“ bezeichnet. Die damalige Tory-Politikerin und heutige Abgeordnete von Reform UK stellte während einer konservativen Konferenz in Washington in Frage, ob Verfolgung von Homo- und Transsexuellen ein ausreichender Asylgrund sei. (kuk)

Die britische Innenministerin Shabana Mahmood: Für sie sei Vortäuschung sexueller Orientierung zwecks Asyl „jenseits aller Verachtung“. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Thomas Krych
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles