STUTTGART. Mercedes-Benz hat trotz eines Gewinnanstiegs im zweiten Quartal seine Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt. Der Dax-Konzern rechnet nun mit einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Bislang war der Stuttgarter Autobauer von Erlösen auf Vorjahresniveau ausgegangen.
Von April bis Juni stieg das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13,5 Prozent auf rund 1,09 Milliarden Euro. Es ist das erste Plus beim Quartalsgewinn im Jahresvergleich seit drei Jahren.
Auch das operative Ergebnis legte um 21,5 Prozent auf rund 1,55 Milliarden Euro zu. Der Umsatz ging dagegen um 3,3 Prozent auf etwas mehr als 32 Milliarden Euro zurück. Im ersten Halbjahr sank der Umsatz um 4,1 Prozent auf 63,7 Milliarden Euro. Belastet wird Mercedes vor allem durch China. Dort brach der Pkw-Absatz im zweiten Quartal um 30 Prozent ein.
Pkw-Geschäft bricht ein
Auch der Gesamtabsatz fällt schlechter aus als bisher erwartet. Mercedes rechnet nun damit, im laufenden Jahr etwas weniger Fahrzeuge zu verkaufen als im Vorjahr. Zuvor war der Konzern noch von stabilen Auslieferungen ausgegangen.
Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche in der Pkw-Sparte. Dort sank der Gewinn im ersten Halbjahr um 66 Prozent auf 0,9 Milliarden Euro. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2024 beträgt der Rückgang sogar 84 Prozent. Die bereinigte Marge im Pkw-Geschäft fiel auf vier Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 6,2 Prozent gelegen, in der ersten Hälfte 2024 bei 9,6 Prozent.
Finanzchef Jürgen Rittersberger sagte, die eingeleiteten Sparmaßnahmen wirkten zwar, reichten aber nicht aus. Mercedes müsse „wettbewerbsfähiger und effizienter werden“, an den Kostenstrukturen arbeiten und Entscheidungen schneller treffen.
Mercedes ist damit der nächste deutsche Autobauer, der seine Erwartungen zurücknimmt. Volkswagen hatte bereits seine Umsatzprognose gesenkt, danach folgte Audi (die JF berichtete). Auch BMW hatte im Juni vor einem niedrigeren Konzerngewinn und einer schwächeren Marge im Autogeschäft gewarnt.
Mercedes hofft auf Elektroautos
Trotz der Schwäche bei den Gesamtzahlen erhöht Mercedes die Erwartung für Elektroautos. Der Anteil von E-Autos am Gesamtabsatz soll nun 25 Prozent erreichen, bislang waren 23 Prozent erwartet worden. Im zweiten Quartal verkaufte Mercedes 52.852 Elektroautos. Das waren 51 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Getrieben wurde das Wachstum vor allem vom europäischen Markt. Dort legten die Verkäufe von Elektroautos um 87 Prozent zu. Auch das Van-Geschäft entwickelte sich besser: Der Absatz stieg leicht auf rund 94.000 Fahrzeuge, der Umsatz um gut fünf Prozent und der operative Gewinn um knapp drei Prozent. (rr)






