INGOLSTADT. Audi hat seine Prognose für das laufende Jahr deutlich gesenkt. Die Volkswagen-Tochter rechnet nur noch mit einem Umsatz von 58 bis 63 Milliarden Euro. Das sind fünf Milliarden Euro weniger als noch im April erwartet. Auch die Rendite fällt schwächer aus. Statt der bisherigen Spanne erwartet Audi nur noch fünf bis sieben Prozent.
Im zweiten Quartal sank der Gewinn nach Steuern um rund 21 Prozent auf 563 Millionen Euro. Die Zahlen beziehen sich auf den Audi-Teilkonzern, zu dem auch Lamborghini, Bentley und Ducati gehören.
Finanzchef Jürgen Rittersberger räumte ein, dass die eingeleiteten Sparmaßnahmen zwar wirkten, aber nicht ausreichten. Audi müsse „wettbewerbsfähiger und effizienter werden“, an den Kostenstrukturen arbeiten und Entscheidungen schneller treffen. Hoffnung setzt der Konzern auf neue Modelle, niedrigere Kosten und ein stärkeres zweites Halbjahr. Belastet wird Audi vor allem durch schwächere Absätze in China und den USA. Dazu kommt ein harter Preiswettbewerb. Das China-Geschäft brachte im ersten Halbjahr nur noch 73 Millionen Euro ein. Im Vorjahreszeitraum war es fast viermal so viel.
Muss Audi Werk schließen?
Auch der Mutterkonzern Volkswagen steht unter Druck. VW meldete zuletzt einen noch stärkeren Gewinneinbruch (die JF berichtete). Konzernchef Oliver Blume will bis Jahresende ein neues Sparpaket vorlegen. Medienberichten zufolge könnten Zehntausende Stellen und mehrere Werke betroffen sein.
Für Audi könnte besonders das Werk Neckarsulm wichtig werden. Dort könnten laut Handelsblatt Kapazitäten gesenkt werden. Blume sagte zuletzt, er wolle Werksschließungen vermeiden: „Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. Das ist immer die letzte Option.“ (rr)





