Anzeige
Anzeige

AfD-Stärkung durch Anschläge?: Terror-Verschwörungstheorie erreicht das ZDF

AfD-Stärkung durch Anschläge?: Terror-Verschwörungstheorie erreicht das ZDF

AfD-Stärkung durch Anschläge?: Terror-Verschwörungstheorie erreicht das ZDF

Im ZDF-„Heute-Journal“ fragt Moderator Christian Sievers (rechts) Innenminister Alexander Dobrindt, ob der CSD-Terror etwas mit den Wahlen zu tun haben könnte.
Im ZDF-„Heute-Journal“ fragt Moderator Christian Sievers (rechts) Innenminister Alexander Dobrindt, ob der CSD-Terror etwas mit den Wahlen zu tun haben könnte.
Im ZDF-„Heute-Journal“ fragt Moderator Christian Sievers (rechts) Innenminister Alexander Dobrindt, ob der CSD-Terror etwas mit den Wahlen zu tun haben könnte. Screenshot: JF
AfD-Stärkung durch Anschläge?
 

Terror-Verschwörungstheorie erreicht das ZDF

Laut linker Verschwörungstheorien soll der CSD-Anschlag durch einen Moslem die AfD bei den anstehenden Wahlen stärken. Nun verbreitet das ZDF-„Heute-Journal“ die These. Innenminister Dobrindt zeigt Verständnis.
Anzeige

MAINZ. ZDF-„Heute-Journal“-Moderator Christian Sievers hat in einem Interview mit Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) danach gefragt, ob der islamische Anschlag auf den CSD mit den bevorstehenden Wahlen in Berlin zusammenhänge könne.

Im Internet kursieren – wie schon nach den Anschlägen von Aschaffenburg und München – Verschwörungstheorien, mit diesen Taten solle die AfD kurz vor den Urnengängen – damals war es die Bundestagswahl – gestärkt werden. Demnach steuere Russland die Täter. Dafür fand sich nie ein Beweis, auch wenn das ZDF die Verschwörungstheorie schon damals durch einen eigenen Beitrag befeuerte.

Sievers fragte Dobrindt am Montagabend: „In Berlin wird bald gewählt: Die Abstände solcher Attentate und den jeweils nächsten Wahlterminen sind auch in der Vergangenheit häufig schon sehr kurz gewesen. Sehen Sie da einen Zusammenhang oder ist das ein völlig grundloser Verdacht?“

Dobrindt zeigt im ZDF „Verständnis“

Zur Einordnung: Journalistisch ist es legitim und üblich, Entscheidungsträger nach solch kruden Thesen zu fragen – meist, damit der Interviewte sie widerlegt. Sievers verwies allerdings nicht auf die sozialen Medien, sondern machte sich die Verschwörungstheorie ohne Quellenangabe mit der Frage zu eigen.

Erstaunlicher als die Frage war Dobrindts Antwort: „Ich habe Verständnis dafür, dass es ein Gefühl gibt, das dann genau so einen Verdacht aufkommen lässt.“ Er könne aber weniger über Gefühle reden, „sondern über das, was an Fakten da ist“.


Der Innenminister stellte im ZDF so auch klar: „Es gibt keine Muster, die man bisher erzählen könnte, oder Muster, die identifiziert wurden, die man dann darlegen könnte.“ Dann ergänzte er noch klarer: „Bisher sind keine Muster erkennbar, die darauf hindeuten, dass sowas gezielt gesteuert ist.“

Tatsache ist: Das Ziel des wegen Terror-Vorbereitung bereits verurteilten Attentäters war der Christopher Street Day. Dass er gut sechs Wochen vor der Sachsen-Anhalt-Wahl und acht Wochen vor den Urnengängen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stattfand, würde niemand den Veranstaltern vorwerfen. Zu behaupten, ein radikaler Moslem würde ausgerechnet jene Partei stärken wollen, die den Kampf gegen den politischen Islam auf ihre Fahnen geschrieben hat, wäre genauso absurd. (fh)

Im ZDF-„Heute-Journal“ fragt Moderator Christian Sievers (rechts) Innenminister Alexander Dobrindt, ob der CSD-Terror etwas mit den Wahlen zu tun haben könnte. Screenshot: JF
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles