Konzernstrafe

Özdemir lobt Rückruf von 238.000 Daimler-Dieseln

BERLIN. Der Vorsitzende des Bundesverkehrsausschusses, Cem Özdemir (Grüne), hat den Rückruf von 238.000 Dieselfahrzeugen der Marke Mercedes-Benz gelobt. „Es war höchste Zeit, daß auch hierzulande Konsequenzen für die Automobilindustrie folgen“, schrieb der Bundestagsabgeordnete auf Twitter.

„Es kann nicht sein, daß Verbraucher in Amerika ihr Recht einklagen können und in Deutschland nicht.“ Gleichzeitig forderte der ehemalige Vorsitzende der Bundestagsfraktion die Grünen weitere Maßnahmen zum Umweltschutz. „Jetzt sollte Andreas Scheuer allerdings nicht auf halber Strecke stehen bleiben, sondern auch die Themen Hardware-Nachrüstung, blaue Plakette und ambitionierte Flottengrenzwerte in Brüssel angehen“, zitiert ihn die Stuttgarter Zeitung

Milliardenstrafe abgewendet

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte nach einem Gespräch am Montag mit Daimler-Chef Dieter Zetsche den Rückruf angeordnet. Die Autos enthielten unzulässige Abschalteinrichtungen für die Abgasreinigung.

Scheuer hatte vor zwei Wochen dem Konzern mit einer Strafe von 5.000 Euro pro betroffenem Fahrzeug gedroht, falls der Automobilhersteller bei der Aufklärung der Abgasaffäre nicht kooperiere.

Scheuer und Zetsche lobten das Ergebnis der Verhandlungen. Der Chef des Stuttgarter Autobauers nannte das Gespräch konstruktiv. „Das Thema ist damit jetzt behandelt“, ergänzte Zetsche. Europaweit seien 774.000 Fahrzeuge mit derartiger Abgasreinigungs-Abschalteinrichtung ausgestattet. Der Rückruf gilt nur für in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge. Dem Unternehmen hatte eine Strafe in Höhe von 3,75 Milliarden Euro gedroht. (mp)

Bundestagsabgeordneter Cem Özdemir bei einer Parteikonferenz der Grünen. Foto: picture alliance / Sven Simon

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