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Bataclan
Gedenken an die Opfer vom Bataclan in Paris Foto: picture alliance/CITYPRESS 24

Drei Jahre nach Attentat
 

Islamischer Skandalrapper soll im Bataclan auftreten

PARIS. Konservative Politiker in Frankreich haben ein Auftrittsverbot für den islamischen Haßrapper Medine im Bataclan-Konzerthaus gefordert. Medine hatte in der Vergangenheit mit gewaltverherrlichenden und sexistischen Texten provoziert.

Unter anderem heißt es in einem seiner Lieder: „Laßt uns die Laizisten kreuzigen wie in Golgatha“ oder „Ich setze Fatwas auf die Köpfe der Idioten“ aus. Über Polygamie sang er, diese sei „besser als der Freund Strauß-Kahn“, in Anspielung auf den früheren Premierminister, dem sexuelle Verfehlungen vorgeworfen werden.

Republikaner-Chef: „Schande für Frankreich“

Außerdem pries der Rapper mit algerischen Wurzeln die Scharia, die den Dieben das Handwerk lege, weil sie klare Verhältnisse schaffe. Eines seiner Alben aus dem Jahr 2005 trägt den Namen „Dschihad“.

Der Rapper soll am 19. und 20. Oktober in dem Pariser Konzertsaal auftreten. Das wäre kurz vor dem dritten Jahrestag der Anschläge auf das Bataclan, bei dem im November 2015 islamische Extremisten 90 Menschen ermordeten.

Die Vorsitzende der Nationalen Sammlungsbewegung (vormals Front National), Marine Le Pen, reagierte auf Twitter: „Kein Franzose kann akzeptieren, daß dieser Typ seinen Dreck am Ort des Blutvergießens im Bataclan ausschüttet.“ Der Vorsitzende der Republikaner, Laurent Wauquiez, nannte den geplanten Auftritt eine „Schande für Frankreich“.

Medine wirft Rechten Instrumentalisierung vor

Auf seiner Facebook-Seite reagierte Medine inzwischen auf die Vorwürfe. „Ich habe in meinen Alben in den vergangenen 15 Jahren alle Formen von Extremismus bekämpft“, schrieb der Rüpel-Rapper. Dies sei ihm eine „Verpflichtung, die den Haß der extremen Rechten und ihrer Unterstützer wert ist“. Diese würden den Schmerz der Opfer und deren Familien instrumentalisieren. (tb)

Gedenken an die Opfer vom Bataclan in Paris Foto: picture alliance/CITYPRESS 24
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