BERLIN. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat sich in einem Interview ausdrücklich als politischer Gegner der AfD positioniert. Dabei gehe es nicht nur um Tagespolitik, sondern um das historische Selbstverständnis Deutschlands. Weimer warf der AfD vor, vor allem im Osten einen Kulturwahlkampf zu führen.
Die Partei greife „das Bauhaus an, die weltoffene Moderne, den Westen, unser Mediensystem“ und setze auf einen „ressentimentgeladenen Nationalismus als Identitätsangebot“.
Weimer sprach von einer „Phase der Kulturkämpfe“. Wenn die AfD das Bauhaus angreife, verteidige er das Bauhaus. „Wenn sie Weihnachten durch germanische Feiertage ersetzen möchte, dann bin ich entschieden Team Weihnachten“, sagte der Kulturstaatsminister in Welt am Sonntag.
Weimer: AfD hat ein verengtes Geschichtsbild
Deutschland müsse seine großen Traditionslinien wieder stärker erzählen, forderte Weimer. Er nannte die jüdisch-christlichen Wurzeln, Aufklärung, Reformation, Deutschland als Wissensnation und die europäische Einbindung. Patriotismus und Europa gehörten für ihn zusammen.
Die politische Mitte habe diese Fragen zu lange den Rändern überlassen, sagte Weimer. Dieses Vakuum fülle heute die AfD „mit einem verengten völkischen Geschichtsbild“. Dem wolle er ein „selbstbewusstes demokratisches Narrativ“ entgegensetzen. (rr)






