DÜSSELDORF. Eine aktuelle Umfrage zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen erschüttert das Selbstverständnis der SPD. In ihrem einstigen Stammland, das sie Jahrzehnte mit absoluter Mehrheit regierte, kommt die Partei demnach mit 14 Prozent nur noch auf Platz vier. Das sind noch einmal 12,7 Prozentpunkte weniger als bei der Landtagswahl 2022, was den bisherigen Tiefstand bedeutete. Gewählt wird in einem Jahr, am 25. April 2027.
Auch die schwarz-grünen Regierungsparteien büßen an Zustimmung ein. Die CDU kommt demnach auf 32 Prozent – ein Minus von 3,7 Punkten. Es wäre das zweitschlechteste Ergebnis für die Union seit 1947. Die Grünen verlieren 1,2 Punkte auf 17 Prozent. Mit zusammen 49 Prozent würde es allerdings erneut zu einer gemeinsamen Regierung unter Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) reichen. Für eine parlamentarische Mehrheit wären aktuell 45 Prozent nötig.

AfD zweitstärkste Kraft in NRW
Größter Gewinner wäre die AfD, wenn schon an diesem Sonntag gewählt würde. Sie würde von 5,4 auf 20 Prozent hochschießen. Das entspricht einer Vervierfachung des Ergebnisses von 2022. Die Partei wäre damit auch zweitstärkste Kraft im Landtag.
Die Linke kann auf den zweiten Einzug nach 2010 in den Düsseldorfer Landtag hoffen. Sie steht knapp über der Sperrklausel bei sechs Prozent. Der FDP droht dagegen der zweite Rauswurf aus dem Parlament seit 1980. Ansonsten gehört sie dem Landtag seit acht Jahrzehnten ununterbrochen an. Aktuell steht sie nur noch bei drei Prozent und wäre damit im Vergleich zu 2022 halbiert.
Die Zufriedenheit mit der CDU-Grüne-Koalition ist laut der Umfrage deutlich gesunken. Erstmals seit mehr als zwei Jahren seien mit 51 Prozent wieder mehr Menschen unzufrieden mit der Landesregierung als zufrieden (42 Prozent).

Für die SPD, die als Opposition in ihrem Stammland die Regierung eigentlich abzulösen versuchen wollte, sind die Zahlen ein Schock. Der aus NRW stammende Parlamentarische Geschäftsführer im Bundestag, Dirk Wiese, will aber die Hoffnung nicht aufgeben: „Das ist alles nicht schön, aber keine Entscheidung über die Landtagswahl im April 2027.“ (fh)





