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Polizei ermittelt: Pensionsbetreiber zocken mit Obdachlosen Steuergeld in Millionenhöhe ab

Polizei ermittelt: Pensionsbetreiber zocken mit Obdachlosen Steuergeld in Millionenhöhe ab

Polizei ermittelt: Pensionsbetreiber zocken mit Obdachlosen Steuergeld in Millionenhöhe ab

Zelte von Obdachlosen bei eisigen Temperaturen am U-Bahnhof Alexanderplatz in Berlin. Die Zahl, der Wohnungslosen in Berlin ist alarmierend hoch. Die Zelte b oeten nur wenig Schutz gegen die beissende Kaelte. Foto: Winfried Rothermel
Zelte von Obdachlosen bei eisigen Temperaturen am U-Bahnhof Alexanderplatz in Berlin. Die Zahl, der Wohnungslosen in Berlin ist alarmierend hoch. Die Zelte b oeten nur wenig Schutz gegen die beissende Kaelte. Foto: Winfried Rothermel
Obdachlose in Berlin (Symbolbild): Kasse mit Fake-Obdachlosen gemacht. Foto: picture alliance / Winfried Rothermel | Winfried Rothermel
Polizei ermittelt
 

Pensionsbetreiber zocken mit Obdachlosen Steuergeld in Millionenhöhe ab

Eine Pension bringt dutzende Obdachlose bei sich unter, die bei mehreren Kontrollen nicht angetroffen werden. Die Berliner Jobcenter vermuten, dass die Betreiber Steuergeld in Millionenhöhe erschlichen haben.
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BERLIN. In Berlin hat die Polizei Ermittlungen gegen die Betreiber einer Pension in Charlottenburg eingeleitet, die mit ihrer Unterkunft den Berliner Jobcentern über eine Million Euro abgezockt haben sollen. Die Inhaber sollen monatelang vorgetäuscht haben, Obdachlose in ihren Zimmern unterzubringen, berichtete der Tagesspiegel.

Die Jobcenter zahlten 660.000 Euro direkt an die Unterkunft. Den Rest erhielten die gemeldeten Obdachlosen als Sozialhilfe.

Obdachlose waren nicht in der Pension

Bereits im vergangenen Jahr wurde die Pension zweimal kontrolliert. „Bei beiden Prüfungen wurde ein Teil der Personen, für deren Unterbringung die Jobcenter Leistungen erbrachten, vor Ort nicht angetroffen“, sagte eine Sprecherin der Berliner Jobcenter dem Blatt.

Im April 2025 wurden 14 von 22 sogenannten Bedarfsgemeinschaften nicht in der Unterkunft angetroffen. In einer weiteren Kontrolle im September 2025 fehlten 15 von 21 Gruppen.

Mehrere Bezirke ignorierten die Hinweise

Die Jobcenter warnten die Bezirksämter am 6. November 2025. „Die Berliner Jobcenter haben aus diesem Anlass darum gebeten, keine weiteren Menschen der Unterkunft zuzuweisen“, führte die Sprecherin aus. Trotzdem wurden der Pension bis Mitte April weitere 26 Personen zugewiesen.

Deswegen entschieden die Bundesagentur für Arbeit und die Sozialverwaltung, dass die Berliner Jobcenter die Kosten für die Unterbringung in der Charlottenburger Pension nicht mehr übernehmen werden. Davon sind auch noch ausstehende Rechnungen betroffen.

Obdachlose können aber weiterhin in der Pension untergebracht werden. Dann müssen aber die Bezirke selbst die Kosten übernehmen.

Jobcenter zahlen für die Unterkunft und die Sozialleistungen

Wohnungslose werden in Berlin von den Sozialämtern in Wohnheimen untergebracht. Da diese nicht ausreichen, weichen die Bezirke auch auf Hotels oder eben Pensionen aus. Weil die meisten Obdachlosen Sozialhilfeempfänger sind, tragen die Jobcenter die Kosten für die Unterkunft. Dafür vereinbaren die Bezirke mit den Unterkünften einen Tagessatz.Es ist kein Einzelfall, dass Unterkünfte dazu genutzt werden, um missbräuchlich Steuergeld zu erhalten. 2025 sorgte die Zigeunerunterkunft im Berliner Bezirk Schöneberg für bundesweite Empörung (JF berichtete). Bei einer Durchsuchung durch die Berliner Polizei wurden von den 70 dort gemeldeten ausländischen Bürgergeldbeziehern nur 19 angetroffen. „Sollte sich herausstellen, dass sich Menschen nicht hier aufhalten, bei uns aber gemeldet sind, ist das Sozialleistungsbetrug“, betonte damals eine Jobcenter-Mitarbeiterin.

Hintergrund der Razzia war, dass der Verdacht bestand, dass die dort lebenden Zigeuner vermeintliche „Minijobs“ in Deutschland vorweisen, um dann als Aufstocker zusätzliche Bürgergeldzahlungen zu kassieren und sich auch die Miete in der Unterkunft vom Steuerzahler bezahlen lassen. Ende 2025 wurde die Unterkunft nach Hinweisen auf hygienische Mängel und einem Verdacht auf Ungezieferbefall vorerst geschlossen. (mas)

Obdachlose in Berlin (Symbolbild): Kasse mit Fake-Obdachlosen gemacht. Foto: picture alliance / Winfried Rothermel | Winfried Rothermel
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