BERLIN. Der neue Vorsitzende der Linkspartei, Luigi Pantisano, hat sich für seine Äußerung entschuldigt, in der er die CDU mit Faschisten gleichsetzte. „Meine Aussage, es gebe derzeit keinen Unterschied zwischen der Politik der CDU und der AfD, war verkürzt und in dieser Form falsch“, sagte der neue Parteichef am Montag der Nachrichtenagentur dpa.
Pantisano bat für seinen Vergleich um Entschuldigung, „insbesondere bei denjenigen in der CDU, die immer wieder die Notwendigkeit einer klaren Brandmauer zur AfD betonen“.
Zwar dürfe die „Unterscheidung zwischen politischen Gegnern innerhalb des demokratischen Spektrums und denen, die die Demokratie abschaffen wollen“, nicht verwischt werden. Gleichzeitig bestärkte er aber seine „grundlegende Kritik am Rechtskurs“ der CDU und CSU. „Ebenso bleibt meine Sorge über ein mögliches weiteres politisches Zusammenrücken von CDU und AfD bestehen.“
Für Pantisano beginnt der Faschismus bei der Union
Hintergrund ist der Angriff des neuen Linkspartei-Chefs auf CDU und AfD auf dem Parteitag am vergangenen Wochenende (JF berichtete). „Letztlich gibt es gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst“, sagte er der Bild.
Der besagte Satz von Pantisano zur Union im Video. Frage war, ob die Linke im Osten mit der CDU kopieren würde, um die AfD zu verhindern. pic.twitter.com/REISgGGCZQ
— Moritz J. Müller (@moritzjmllr) June 20, 2026
Pantisano attackierte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und nannte ihn einen „Versager“ und bezeichnete ihn weiter als „den unbeliebtesten Kanzler seit Jahren“. Der Linkspartei-Chef wolle seine „Wut“ in die Parteiführung einbringen, „um jemandem wie Friedrich Merz Angst davor zu machen, dass wir diejenigen sind, die die Arbeiter organisieren, die auf die Straße gehen gegen seine Politik“. Noch auf dem Parteitag war der mit 53 Prozent der Stimmen neugewählte Parteichef der Bild-Zeitung vor, seine „zugespitzte Aussage“ aus einem „gewissen Kontext“ gerissen zu haben (JF berichtete).
Kritik kommt auch aus der eigenen Partei
Die Co-Vorsitzende der Linkspartei, Ines Schwerdtner, schwächte Pantisanos Vergleich ab und sagte, dass die CDU „in Teilen“ die Politik der AfD übernehme. Viele der CDU-Abgeordneten würden bereits nach rechts kippen, sagte sie dem ZDF. „Und da eine klare Opposition zu sein, finde ich richtig.“

Die Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin der Linkspartei in Sachsen-Anhalt, Eva von Angern, distanzierte sich von der Aussage des neuen Parteivorsitzenden, die „nichts mit der Lebensrealität in Sachsen-Anhalt zu tun“ habe. Die CDU bestehe aus Demokraten, während laut ihr AfD-Politiker die Demokratie abbauen wollen.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) war darüber enttäuscht, mit der AfD und Faschisten verglichen zu werden (JF berichtete). „Wer die CDU mit Faschisten und der AfD gleichsetzt, hat sich für jeden ernsthaften demokratischen Austausch disqualifiziert.“ Jemand wie Pantisano könne „für Demokratinnen und Demokraten kein Ansprechpartner sein“. Er solle sich „schnellstmöglich aus der Politik verabschieden“.
Linnemann lehnt Entschuldigung ab
Laut CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann habe die Linkspartei am Wochenende ihr wahres Gesicht offenbart. „Wer Christdemokraten mit Faschisten gleichsetzt, verharmlost den Horror und die Gräueltaten des Faschismus“, sagte er der Bild. „Herr Pantisano hat sich selbst zum Protagonisten der neuen linken Radikalen gemacht. Wer so eines Geistes Kind ist, darf keine Verantwortung in unserem Land tragen.“
Zudem echauffierte sich Linnemann über den ursprünglichen Erklärungsansatz des neuen Linkspartei-Chefs. „Von ‚verkürzt‘ zu sprechen, ist eine Unverschämtheit. Da wäre ich ja mal gespannt auf seine Langfassung. Die Aussage von Herrn Pantisano war glasklar. Jetzt versucht er, sich mit ‚verkürzt‘ rauszuwinden.“ (mas)





