ERFURT/KIEL. In einer neuen Umfrage hat die CDU in Schleswig-Holstein deutlich an Zustimmung eingebüßt. Würde die Landtagswahl am kommenden Sonntag stattfinden, bekäme die Partei des Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) 27 Prozent der Stimmen, wie aus einer neuen Befragung des Forschungsinstituts Insa im Auftrag der Bild-Zeitung hervorgeht. Im Vergleich zum Januar verliert sie zwölf Prozentpunkte.
Die Grünen, die zusammen mit der CDU die Regierung stellen, konnten hingegen auf 17 Prozent zulegen, was einem Plus von vier Prozentpunkten entspricht. Damit würde das schwarz-grüne Bündnis jedoch seine bisherige Mehrheit verlieren.

Die AfD würde hingegen als zweitstärkste Kraft in den Landtag zurückkehren. Sie käme auf 18 Prozent der Stimmen, was einem Anstieg um vier Prozentpunkte im Vergleich zur vorherigen Umfrage entspricht. Die SPD verlor einen Prozentpunkt und kommt auf 15 Prozent. Die Linkspartei erreicht sieben Prozent und würde erstmals seit 2009 in den Landtag einziehen.
2022 erreichte die CDU beinahe die absolute Mehrheit
Den Wiedereinzug würden die FDP und der SSW schaffen. Die Partei von Wolfgang Kubicki konnte zwei Prozentpunkte hinzugewinnen und erreicht sechs Prozent, genauso viel wie die Partei der dänischen Minderheit. Letztere ist allerdings grundsätzlich von der Fünf-Prozent-Sperrklausel befreit.
Zuletzt hatte Günther mit Blick auf die kommende Wahl in Sachsen-Anhalt dafür plädiert, notfalls mit der Linkspartei zu kooperieren (JF berichtete). „Man kann AfD und Linkspartei nicht in einen Topf schmeißen. Die AfD ist die deutlich größere Gefahr“, sagte der CDU-Politiker im Mai. „Und deswegen ist für mich vollkommen klar, dass es eine Regierungsbildung ohne die AfD geben muss.“ Zudem warb er für das Verbot der Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla.
Bei der Landtagswahl 2022 hatte die CDU 43,4 Prozent gewonnen und die absolute Mehrheit mit nur einem Mandat verfehlt. Zweitstärkste Kraft wurden die auch bisher mitregierenden Grünen mit 18,3 Prozent. Dagegen schied die AfD aus dem Kieler Landtag aus, da sie mit 4,4 Prozent die Fünfprozenthürde verfehlt hatte. Günther ist seit 2017 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. (kuk)







