KIEL. Politiker von AfD und FDP, darunter deren Bundesvorsitzender Wolfgang Kubicki, haben in den sozialen Netzwerken den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther verspottet. Hintergrund ist eine Insa-Umfrage zur in neun Monaten stattfindenden Landtagswahl (die JF berichtete).
Die CDU muss mit erdrutschartigen Verlusten rechnen und kommt nur noch auf 27 Prozent. Bei der vorigen Wahl 2022 waren es noch 43,4 Prozent. Günthers Kritiker machen dessen Linkskurs für den Absturz verantwortlich.

Der norddeutsche Ministerpräsident hatte wiederholt Bündnisse seiner Partei mit Die Linke vorgeschlagen. Er hatte auch gefordert, konservative Medien wie Nius zu verbieten. Bei einer Klage gegen diese Äußerung hatte er sich darauf zurückgezogen, dies als „Privatmann“ geäußert zu haben.
Kubicki: Günther „ist politisch am Ende“
Nun feiert die politische Konkurrenz das Absacken der CDU. Kubicki, der 2017 die Kieler Jamaica-Koalition mit Günther verhandelte, schrieb auf X unter Bezug auf die sozialistische Internationale: „Lieber Daniel, hör die Signale! Ein CDU-Ministerpräsident, der sich den Linken öffnet, hat nichts mehr zu gewinnen. Er ist politisch am Ende.“
Lieber Daniel, hör die Signale!
Ein CDU-Ministerpräsident, der sich den Linken öffnet, hat nichts mehr zu gewinnen. Er ist politisch am Ende. WK pic.twitter.com/W0Tka6m7yd
— Wolfgang Kubicki (@KubickiWo) July 14, 2026
Auch der frühere schleswig-holsteinische FDP-Bundestagsabgeordnete Maximilian Mordhorst nahm den Ministerpräsidenten auf X politisch ins Visier: „Daniel Günthers Kurs dringt endlich auch in der Heimat durch.“
Selbst der ehemalige Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, also der „Wirtschaftsweisen“, Lars Feld, nahm auf X Stellung: „Das sieht nach einer tektonischen Verschiebung hoch im Norden aus.“
AfD: „Ready for Bundeskanzler“
Die AfD, die bei der vorigen Wahl in Schleswig-Holstein an der Fünfprozenthürde scheiterte und nun zweitstärkste Kraft wäre, machte sich ebenfalls über Günther lustig. Der norddeutsche Regierungschef hat sich mehrfach und sehr deutlich für die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens ausgesprochen.

Nun reagierte der hessische AfD-Abgeordnete Jochen Roos mit dem ironischen Post: „Respekt an den ‚Privatmann‘ Daniel Günther. Minus 12 Prozentpunkte sind schon ein echtes Pfund.“ Dabei bezog er sich auf die vorige Insa-Umfrage aus 2025. Im Vergleich zur Landtagswahl vor vier Jahren würde die Nord-CDU gar knapp 17 Punkte einbüßen.
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Moosdorf verspottete Günther ebenfalls: „Offenbar hat der CDU-Ministerpräsident eine Fähigkeit, die selbst Merz nicht hat. Minus 12 Prozentpunkte in kurzer Zeit, das macht ihn „ready for“ Bundeskanzler! Daniel Günther, bester Mann für die AfD im nördlichsten Bundesland.“
Trost für Daniel Günther: Trotz des Verlusts seiner schwarz-grünen Mehrheit könnte er weiter an der Regierung bleiben. Gemeinsam mit der Linken kommen CDU und Grüne auf 51 Prozent. (fh)





