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Hotel-Mitarbeiter spricht: „Ofarim inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin“

Hotel-Mitarbeiter spricht: „Ofarim inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin“

Hotel-Mitarbeiter spricht: „Ofarim inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin“

Täter-Opfer-Umkehr? Gil Ofarim kurz vor dem Abflug ins „Dschungelcamp“.
Täter-Opfer-Umkehr? Gil Ofarim kurz vor dem Abflug ins „Dschungelcamp“.
Täter-Opfer-Umkehr? Gil Ofarim kurz vor dem Abflug ins „Dschungelcamp“. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Agentur Wehnert/M. Gränzdörfer
Hotel-Mitarbeiter spricht
 

„Ofarim inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin“

Nach der „Dschungelcamp“-Reinwäsche von Gil Ofarim beklagt sich der betroffene Hotel-Mitarbeiter über die Täter-Opfer-Umkehr. Der Sänger habe auch immer noch nicht das Schmerzensgeld bezahlt.
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LEIPZIG. Das Opfer der Falschbehauptungen von Sänger Gil Ofarim hat sich über die Selbstdarstellung des Sängers beim RTL-„Dschungelcamp“ beklagt. In einem Interview mit der Zeit sagte der Mitarbeiter des Westin-Hotels in Leipzig, Markus W.: „Mir geht es nicht gut damit, wie er sich jetzt inszenieren konnte. Denn es hinterläßt bei mir den Eindruck, daß die öffentliche Wahrnehmung dieses Falles wieder kippt.“ W. beklagte sich über Ofarims Auftritt: „Er inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin, und das ist schwer für mich.“

Der Sänger, der bei der Sendereihe 100.000 Euro gewann (die JF berichtete), hatte in einem aufsehenerregenden Social-Media-Video 2021 behauptet, der Hotel-Mitarbeiter habe ihn trotz einer Reservierung an der Rezeption abgewiesen, weil er eine Davidstern-Kette getragen habe. Es kam zu Demos vor dem Hotel, der Hotel-Mitarbeiter mußte wegen Bedrohungen an einen sicheren Ort gebracht werden. Später stellte sich vor Gericht heraus, daß Ofarim den Fall erfunden hatte. Er gab den Schwindel zu. Das Verfahren gegen ihn wurde gegen eine Geldauflage eingestellt.

Doch das Schmerzensgeld in Höhe von 20.000 Euro, das Ofarim ihm zahlen sollte, habe er bisher nicht erhalten, sagte W. Er warte immer noch auf den zugesagten Schadensersatz. Nur, „weil ich die Sache endlich abschließen wollte“, habe er sich auf die Einstellung des Verfahrens nach einer Entschuldigung damals eingelassen. „Nun aber machte Herr Ofarim zweifelhafte Andeutungen. Das wirkt für mich sehr befremdlich, es ärgert mich massiv, und ich frage mich auch: Ist es denn nie vorbei?“

Ofarim drohte: „Bäm, bäm, bäm“

W. äußerte sich in dem Interview auch detailliert, was an jenem Abend, als Ofarim das Video aufnahm, wirklich geschah. Wegen eines technischen Problems habe sich das Einchecken verzögert. Ofarim habe deswegen etwa 20 Minuten warten müssen.

Der Hotel-Mitarbeiter: „Als er an der Reihe war und seine Karte bekommen sollte, da sprach er mich an. Er war sehr aufgebracht, zeigte mit dem Finger auf mich und pöbelte: Was das für ein Scheißladen sei. Dann drohte er: Wenn er in seinem Zimmer sei, werde er die Zustände hier öffentlich machen, das werde viral gehen. Ofarim klatschte dabei in die Hände und sagte: Bäm, bäm, bäm. Da habe ich ihm den Meldeschein weggezogen und ihm gesagt, daß er unter diesen Umständen nicht unser Gast sein kann.“

Als der Sänger dann unter falschen Tränen seine Antisemitismus-Vorwürfe vorbrachte, habe danach permanent das Telefon geklingelt: „Das gesamte Hotel war sehr schnell in einem Ausnahmezustand. Kollegen weinten. Sämtliche Mitarbeiter hatten es schwer, mit dieser Situation umzugehen, weil einen darauf auch niemand vorbereiten kann.“

Markus W. berichtete auch von dem Psycho-Terror, dem er danach ausgesetzt gewesen sei: „Meine Social-Media-Konten liefen über, ich wurde bombardiert in einem Ausmaß, das man sich nicht vorstellen kann.“ Er habe Morddrohungen erhalten. „Mein damaliger Chef rief am Abend an, um mir anzubieten, mich für einige Tage an einen sicheren Ort zu bringen. 15 Minuten später holte mich eine Limousine ab. Es war wie in einem Film.“ Später erstattete W. Anzeige wegen Verleumdung gegen den Sänger.

W. traute sich nicht auf die Hochzeit seines Bruders

Damals habe er sich absichtlich nicht zu den Anschuldigungen geäußert, sagte W. nun: „Dann wären wir in einer Pingpong-Situation gewesen: Ofarim sagt dies, ich sage das. Und was noch hinzukommt: Beweisen Sie mal, daß etwas nicht stimmt. Daß Sie kein Antisemit sind. Wie macht man so etwas?“

Um sich zu schützen, habe er sich komplett zurückziehen müssen. Nicht einmal zur Hochzeit seines Bruders sei er gegangen – „aus Angst davor, daß irgendwer ein Foto von mir machen könnte, auf dem ich feiernd oder lachend zu sehen bin“.

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„Fassungslos“ mache ihn, daß Ofarim im „Dschungelcamp“ Andeutungen hinsichtlich möglicherweise manipulierter Überwachungsvideos machte. Diese hatten vor Gericht W.s Unschuld bewiesen: „Weder das Gericht noch der Videogutachter haben die Glaubwürdigkeit der Aufnahmen in Zweifel gezogen – ebenso wenig wie die Aussagen der Zeugen.“

Der Hotel-Mitarbeiter stellt auch richtig, daß es keine Verschwiegenheitsverpflichtung gegeben habe: „Das Einzige, was er nicht wiederholen darf, ist die Unwahrheit über mich. Er hat im Zuge des Vergleichs vor Gericht eine Unterlassungserklärung abgegeben. Das bedeutet, er darf nicht mehr sagen, daß ich ihn wegen des Tragens einer Davidstern-Kette des Hotels verwiesen hätte.“ (fh)

Täter-Opfer-Umkehr? Gil Ofarim kurz vor dem Abflug ins „Dschungelcamp“. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Agentur Wehnert/M. Gränzdörfer
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