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Großbritannien: Einreiseverbot für Kanye West sprengt Musikfest

Großbritannien: Einreiseverbot für Kanye West sprengt Musikfest

Großbritannien: Einreiseverbot für Kanye West sprengt Musikfest

US-Musiker Kanye West: Inzwischen distanziert sich der Rapper von seinen antisemitischen Aussagen und vom Lob ans NS-Regime. (Themenbild)
US-Musiker Kanye West: Inzwischen distanziert sich der Rapper von seinen antisemitischen Aussagen und vom Lob ans NS-Regime. (Themenbild)
US-Musiker Kanye West: Inzwischen distanziert sich der Rapper von seinen antisemitischen Aussagen und vom Lob ans NS-Regime. Foto: picture alliance / Jordan Strauss/Invision/AP | Jordan Strauss
Großbritannien
 

Einreiseverbot für Kanye West sprengt Musikfest

Eigentlich hätte Kanye West in London auftreten sollen – doch aufgrund seiner NS-Verherrlichung darf der schwarze Rapper nicht ins Land. Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage warnt vor einer „gefährlichen“ Entwicklung.
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LONDON. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer hat das Einreiseverbot für den US-Musiker Kanye West wegen seiner früheren antisemitischen und NS-verherrlichenden Aussagen verteidigt. „Die Regierung steht fest hinter der jüdischen Gemeinschaft – und wird unermüdlich dafür kämpfen, sich gegen das Gift des Antisemitismus zu stellen und es zu besiegen“, schrieb der Labour-Politiker auf dem Kurznachrichtendienst X. Der Musiker sollte beim jährlichen „Wireless Festival“ zusammen mit anderen weltweit bekannten Rap- und Hip-Hop-Künstlern in London auftreten. Laut dem Labour-Politiker hätte er „niemals“ eine Einladung bekommen sollen.

Das britische Innenministerium ließ Wests Einreisegenehmigung vorzeitig ruhen, berichtete der Nachrichtensender Sky News. Aus Kreisen des Ressorts hieß es, seine Anwesenheit sei „nicht förderlich für das Gemeinwohl“. Kritik daran kam vom Chef der migrationskritischen Reform UK, Nigel Farage. „Wenn wir es den Menschen verbieten, ins Land einzureisen, weil wir ihre Aussagen nicht mögen, macht es mir Sorgen, wo das endet“, sagte Farage am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Der Weg, den die Labour-Regierung einschlage, sei „gefährlich“. Zuvor hatte unter anderem die Gruppe „Campaign Against Antisemitism“ eine Massendemonstration gegen den Auftritt des US-Amerikaners angekündigt.

Inzwischen wurde das Festival komplett abgesagt. Rund 50.000 Plätze wurden dafür bereitgestellt. „Wie jedes Jahr wurden zahlreiche Interessengruppen angesprochen, und damals wurden keine Bedenken geäußert“, hieß es in einem Statement des Veranstalters. „Wireless“-Geschäftsführer Melvin Benn verteidigte noch am frühen Morgen die Einladung trotz der „abscheulichen“ des Rappers. „Vergebung und die Bereitschaft, Menschen eine zweite Chance zu geben, gehen in dieser zunehmend von Spaltung geprägten Welt immer mehr verloren“, beklagte er. West sollte ausschließlich jene Lieder spielen, die ohnehin schon im Radio gespielt und „von Millionen genossen“ würden.

Kanye West wollte sich mit jüdischen Gemeinden treffen

West gilt mit fünf Singles und zehn aufeinanderfolgenden Alben auf Platz eins der Verkaufslisten der US-Musikzeitschrift Billboard als einer der erfolgreichsten Rapper der Geschichte. In den vergangenen Jahren hatte er jedoch Schlagzeilen wegen Aussagen gemacht, die das NS-Regime lobten und sich gegen Juden richteten. „Jeder Jude, der mit mir Geschäfte macht, muss wissen, dass ich Juden weder mag noch vertraue“, schrieb er noch im Februar 2025 auf X. Im Mai desselben Jahres veröffentlichte er das Lied „Heil Hitler“, das in Deutschland wegen volksverhetzender Inhalte und NS-Symbolik indiziert wurde. Zudem verkaufte seine Modemarke „Yeezy“ unter anderem T-Shirts mit Hakenkreuz-Aufdruck.

Im vergangenen Januar distanzierte sich West von seinen Aussagen. Er begründete diese mit seiner bipolaren Störung, die 2023 festgestellt worden war. „Ich habe den Kontakt zur Realität verloren“, schrieb er in einem Brief, der im Wall Street Journal veröffentlicht wurde. „Ich bedauere meine Handlungen in jenem Zustand zutiefst und schäme mich dafür; ich bin entschlossen, Verantwortung zu übernehmen, mich einer Therapie zu unterziehen und mich grundlegend zu ändern. Das entschuldigt jedoch nicht, was ich getan habe.“

Im Vorfeld seines abgesagten Auftritts in London bat er die jüdischen Gemeinden in Großbritannien um ein Treffen. Die größte Vertretung der im Land lebenden Juden, der Deputiertenausschuss Britischer Juden, forderte im Gegenzug seinen Rückzug vom Festival. „Obwohl er heute Reue bekundet, enthält sein jüngstes Album ein Lied mit dem abscheulichen Titel ‘Gas Chambers’“, betonte dessen Vorsitzender Phil Rosenberg. Der Ausschuss wolle „echte Reue und eine echte Wandlung“ sehen. (kuk)

US-Musiker Kanye West: Inzwischen distanziert sich der Rapper von seinen antisemitischen Aussagen und vom Lob ans NS-Regime. Foto: picture alliance / Jordan Strauss/Invision/AP | Jordan Strauss
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