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„Nützt uns wenig“: CSU kritisiert Weber nach parteiinternem Brief

„Nützt uns wenig“: CSU kritisiert Weber nach parteiinternem Brief

„Nützt uns wenig“: CSU kritisiert Weber nach parteiinternem Brief

EVP-Chef Manfred Weber (CSU): Nennt die AfD eine „rein nationalistische, deutschtümmelnde“ Partei. (Themenbild)
EVP-Chef Manfred Weber (CSU): Nennt die AfD eine „rein nationalistische, deutschtümmelnde“ Partei. (Themenbild)
EVP-Chef Manfred Weber (CSU): Nennt die AfD eine „rein nationalistische, deutschtümmelnde“ Partei. Foto: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
„Nützt uns wenig“
 

CSU kritisiert Weber nach parteiinternem Brief

Nach einem „Pfingstbrief“ weisen mehrere christsoziale Politiker EVP-Chef Manfred Weber in die Schranken. Er beklagt, „Individualismus“ sei für den AfD-Aufstieg verantwortlich – und behauptet, letzterer mache Europäern „Angst“.
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MÜNCHEN. Mehrere CSU-Politiker haben Kritik des EVP-Chefs Manfred Weber (ebenfalls CSU) am Kurs der Partei zurückgewiesen. Dieser hatte in einem „Pfingstbrief“ an seine Parteikollegen geschrieben, ein „überbordender Freiheitsbegriff“ sei für den Aufstieg der AfD verantwortlich. Seine Partei müsse nun vermehrt „das Miteinander“ in den Mittelpunkt stellen. „Gerade in Zeiten, wo wir vor großen Reformen stehen, nützen uns vermeintliche Parteianalysen aus der Ferne wenig“, sagte CSU-Landtagsfraktionschef Klaus Holetschek dem Münchner Merkur am Mittwoch. „In unserer Fraktion haben einige sehr wenig Verständnis für diesen Brief.“

Der ehemalige CSU-Generalsekretär Markus Blume kritisierte gegenüber dem Blatt den Ton des Briefes. „Wer ‚Miteinander‘ öffentlich einfordert und zugleich die eigene Partei belehrt, widerlegt sich schon durch die Form.“ Die Partei lasse sich „aus der Brüsseler Ferne offensichtlich nicht wirklich verstehen.“ Der Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, Alexander Hoffmann (CSU), betonte zwar, Anregungen seien „immer“ willkommen. „Aber öffentliche Briefe, in denen einer den anderen erklärt, was in deren Bereich besser laufen sollte, bringen die CSU nicht voran.“

Weber: „Die CSU darf nicht dem Mainstream folgen“

Zuerst hatte das Onlineportal Table.Media den Brief öffentlich gemacht. Darin beklagt Weber, ein „übersteigerter Individualismus“ werde immer mehr als „oligarchisches Regime einer kleinen kosmopolitischen Schicht“ empfunden. „Viele soziale Gruppen fühlen sich derzeit nicht mehr richtig gehört – Handwerker, Krankenschwestern, Arbeiter, Christen, Muslime, Stadt, Land, Alte und Junge.“ Die AfD sei ein „Symptom dieser Entwicklung“, weshalb die CSU das Gemeinwohl wieder in den Mittelpunkt ihrer Politik rücken müsse. Die Partei dürfe „nicht dem Mainstream folgen“, sondern diesen mit „dem Richtigen“ prägen.


Auch warnte Weber vor einem möglichen Wahlerfolg der AfD bei der kommenden Bundestagswahl. 2029 strebe sie „in Berlin nach der Regierung, genau zu dem Zeitpunkt, wenn Deutschland nach heutigen Prognosen die stärkste und größte Armee des Kontinents haben wird.“ Das mache „vielen Menschen in Europa“ Angst. Die CSU sei als eine „tief verwurzelte bayerische Partei“ ein Gegensatz zur „rein nationalistischen, deutschtümmelnden“ AfD. (kuk)

EVP-Chef Manfred Weber (CSU): Nennt die AfD eine „rein nationalistische, deutschtümmelnde“ Partei. Foto: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
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