STADE. Der mutmaßliche sechsfache Mörder von Stade, Fatih Khan G., wird wegen mehrerer Straftaten in der Türkei gesucht. Die dortige Justiz hatte ihm unter anderem 2022 vorgeworfen, seine Tochter aus einer früheren Beziehung sexuell missbraucht zu haben, berichtete die Bild-Zeitung am Freitag. Zudem sei er ein Jahr zuvor aus dem Gefängnis geflohen, wo er sich wegen eines anderen Delikts in Untersuchungshaft befunden habe. 2007 soll er außerdem eine weitere schwere Sexualstraftat begangen haben.
Auf Anfrage des Boulevardblattes teilte die Staatsanwaltschaft Stade mit, ihr lägen keine Erkenntnisse über mögliche Straftaten von G. vor. Der Austausch zwischen deutschen und türkischen Ermittlern gelte jedoch als „schwierig“. Derzeit sitzt der 45jährige in Untersuchungshaft.
Der mutmaßliche Täter von Stade soll sein Kind misshandelt haben
Fatih Khan G. wird beschuldigt, am Montag in einer Eltern-Kind-Einrichtung, in der seine drei Monate alte Tochter und deren Mutter untergebracht sind, um sich geschossen und sechs Mitarbeiter der Jugendhilfe und des Jugendamts getötet zu haben (JF berichtete). Hintergrund war ein Streit um das Sorgerecht für das Kind.
Unmittelbar vor der Bluttat sollte ein sogenanntes Hilfeplangespräch mit dem Beschuldigten stattfinden, wie der NDR berichtet. Dieser galt nach Angaben des Polizeipräsidiums Lüneburg als auffällig. Seine mutmaßliche Fluchthelferin, Sylvia S., hatte ihn zum Gespräch gefahren.
Vor dem Mord hatte das Kind ein Schütteltrauma erlitten und musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Seitdem steht G. im Verdacht, das Kind misshandelt zu haben. Sylvia S. hatte sich nach NDR-Angaben in einem rund 20 Seiten langen Schreiben an mehrere Medienhäuser gewandt, um ihn vor den Vorwürfen in Schutz zu nehmen. Berichten des Nachrichtenportals „Nius“ zufolge arbeitet sie als Migrations- und Familienberaterin für eine bundesweite Organisation, die Gelder aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ erhält. (kuk)






